Take the Outtake

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Dieser Blog wird neue Portraitbilder bekommen. Sie entstehen diese Woche, nach und nach. Die Fotosession letztes Jahr summierte sich auf 16GB Datenmaterial und geschätzte 2000 Bilder – an einem Tag wohlgemerkt. Dieses Mal sind 5 Tage veranschlagt… heute war der erste und irgendwie habe ich das Gefühl, es könnten dieses Mal noch ein paar Bilder mehr werden. Letztendlich brauchen werde ich rund ein Dutzend… aber dieses Dutzend zu kreieren bedarf eben etwas Aufwand. Im Spülsaum dieser exzessiven Fotoherstellerei entstehen haufenweise Bilder, die eigentlich nie jemand zu sehen kriegt – naja, bis heute. Denn ich habe mal einige ausgesucht, die eben zu einer Fotosession gehören, auch wenn sie es nie auf die Setcard schaffen werden…   …weil …eigentlich Rauchpause…   … weil nur knapp am Denker von Rodin vorbeigeschrammt und viel zu viel Hand vor dem Gesicht…   …weil etwas zu schräg überamüsiert von dem Geschehen…   …weil der Blick niemals […]

Sie haben die Wahl!

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Man kann Populisten viel vorwerfen. Hauptsächlich, dass sie Angst schüren und versprechen, sie und nur sie allein könnten die Probleme dazu lösen. Im Zuge dieser Schwarzweißmalerei lügen sie. Nicht zu knapp. Aber wenn es um ihre tatsächlichen Ziele geht lügen sie fast nie. Schauen wir zurück in die kürzere Vergangenheit – das ist einfacher, als ohne Kristallkugel in die Zukunft zu schauen. Donald Trump ist Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika – nicht, weil er die meisten Stimmen hatte… aber er hatte genug. Er hatte sie weil Latinos ihn gewählt haben, People of Colour, die LGBT-Community, ältere Menschen, Muslime und Frauen. Sie alle müssen, das ist Mathematik, zusammen mit den Nichtwählern, Sorge getragen haben ihn ins Amt zu hieven. Dann trat der „muslim ban“ in Kraft und die Muslime waren entsetzt. Dann machte er sich daran den medizinischen Versorgungscentern von Planned Parenthood die staatliche Förderung zu entziehen – in Amerika für […]

Gimp your pictures – and give them a RawTherapee

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Schauspieler brauchen Portraitfotos… da führt kein Weg dran vorbei. Da sie zu unserer Profession gehören sollten sie auch professionell aussehen. Im Zeitalter der Digitalfotografie gehört dazu Bildbearbeitung. Die beiden Flagschiffe in diesem Bereich heißen “Photoshop” und “Lightroom” und werden vom Softwaregiganten Adobe bereitgestellt. Beide Programme zusammen kosten als Creative Cloud Fotografie-Paket 141,94 Euro im Jahres-Abo. Gute Software darf ihren Preis haben – aber an Adobe ärgert mich einiges. Beide Programme stellen gehobene Hardwareanforderungen, setzen teilweise eine Internetverbindung voraus und erfordern eine Registrierung… ich mag das nicht. Für mich kommen sie auch gar nicht in Frage, da Adobe sich auf breiter Linie beharrlich weigert zur Kenntnis zu nehmen, dass es Linux gibt. Zwar ermöglicht Linux die Installation unter WINE indem es eine Windowsumgebung vortäuscht – aber ernsthaft… kein Mensch, der einfach nur optimale Fotos möchte, braucht noch Adobe. Ich möchte Euch zwei Alternativen vorstellen. Beide Programme sind schlank, ressourcenschonend und laufen […]

„Prometheus“ und die schwarze Sonne

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In meinem Leben gibt es zwei große Begeisterungen – das Theater und den Weltraum. Am Theater bin ich mit meiner exessiven Astronomie- und Raumfahrtversessenheit ein Exot. Unter Astronomen und Ingenieuren bin ich es als Schauspielerin aber auch. Die beiden Welten begegnen sich nicht allzu oft. Aber was wäre wenn? Heute erlebt Amerika eine totale Sonnenfinsternis. Der Mondschatten wird mit rund 2500 km/h von der West- bis zur Ostküste rasen. Millionen Menschen haben sich auf den Weg in die Totalitätszone gemacht um die schwarze Sonne zu erleben. Die Minuten bläulich stiller Nacht mitten am Tag, in denen der Mond unseren Stern vollständig verdeckt und die Korona unserer Sonne wie ein gleißender Ring aus Licht am Himmel sichtbar wird. Ein magischer Moment. Ein magischer Moment – den man auf die Sekunde genau vorausberechnen kann. Casper ist eine kleine Stadt in Wyoming und liegt in der Totalitätszone. Dort gibt es das “Stage III […]

Two and a half english storys from Heidelberg

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First: 1613 heiratet der junge Kurfürst Friedrich V. die englische Prinzessin Elizabeth Stuart, Tochter des Königs Jakob I. Um ihr einen standesgemäßen Wohnsitz in Heidelberg zu bieten lässt er den “Englischen Bau” auf dem Nordwall zwischen der bestehenden Schlossanlage und dem “Dicken Turm” errichten. Von dort hat man einen fantastischen Blick über Heidelberg und das Neckartal bis zur Rheinebene. Erhalten sind nur noch die Fensterfronten, die zweigeschossig emporragen und ohne Dach zusammen mit dem “Dicken Turm” den Raum bilden, in dem “Der Froschkönig” bei den Schlossfestspielen residiert. Wir spielen dort …und befinden uns damit in einer erstaunlichen und überaus weit zurückreichenden Tradition. Denn der Kurfürst erbaute seiner Gemahlin nicht nur einen englischen Wohnpalast. 1619 ließ er den oberen Teil des “Dicken Turms” zu einem Theater ausbauen, das dem Globe-Theatre Shakespeares nachempfunden war und schuf so – neben dem Kassler “Ottoneum” – den ersten selbstständigen Theaterbau auf deutschem Boden. Doch damit […]

Demonstrations – kultur

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In Hamburg findet der G20 Gipfel statt. 19 Nationen plus EU repräsentieren zwei Drittel der Welt und beraten über den Lauf der ganzen. Das kann man grauenvoll finden oder hoffnungsvoll – und alles dazwischen. Und wie immer man dazu eingestellt ist… man darf es äußern. Man darf demonstrieren, kritisieren, protestieren – das ist in unserem Land so. Und ich bin ein entschiedener Fan von diesem Recht. Aber es gibt Fans vom Grundgesetz… und es gibt Hooligans – deren Rechtverständnis weder Verfassung noch Logik beinhaltet. Sie setzen Autos in Brand um gegen den Kapitalismus zu protestieren. Jedes brennende Auto wird ersetzt werden. Die Autokonzerne freuts. Die öligen Gummibrandwolken der Autobrände betonen die Umweltschutzambitionen der Protestler… oder auch nicht. Privateigentum und kleine Geschäfte sind demoliert worden – weil die Welt mehr soziale Gerechtigkeit braucht. Steine, Flaschen und Brandsätze werden auf Polizisten geworfen – damit der Weltfrieden beginnen möge. Und die Scheiben des […]

Yes, love can!

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Ich bin in einem Land geboren worden dem ein fantastisches Grundgesetz als Verfassung gegeben worden ist. Es ist eine junge Staatsordnung, geschaffen um Demokratie und Menschenrechte in Deutschland unwiderruflich zu schützen und zu bewahren. Denn sie ist das Produkt eines Staates, der beides abgeschafft hatte. Eines Staates, der “unwerte” Menschen in Konzentrationslagern vernichtete. Unwert war vieles – Abstammung, Religion, eine Behinderung, eine abweichende Meinung, eine abweichende Liebe. Sechs Farben markierten das unwerte Menschsein. Homosexuelle trugen den rosa Winkel. Als Deutschland sein neues Grundgesetzt bekam und die Aufgabe hatte, die Verbrechen in den Konzentrationslagern aufzuarbeiten, wurden die rosa Winkel irgendwie übersehen und der §175 von 1935 nahtlos in das überarbeite Strafgesetzbuch der jungen BRD übernommen. Er deklarierte Liebe weiter als Straftat. Was für eine widerliche Entscheidung, generell und gerade in Deutschland. Dabei gab es längst andere Vorbilder. In Island ist jede einvernehmliche Liebe zwischen mündigen Menschen seit 1940 legal. Deutschland brauchte […]

Die entSCHLOSSene Premiere – der Froschkönig

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Vor zwei Tagen hatte er Premiere – der Froschkönig. Das Stück, das im Schloss spielt und nun auch stilecht bei den Heidelberger Schlossfestspielen zu sehen ist. Eins sei vorneweg gesagt: es hat riesigen Spaß gemacht. Aber es ist Sport – und nicht zu wenig davon. Kindertheater ist physisch meist fordernd… weil schnell und actionreich. Wir bilden da keine Ausnahme. Es geht zur Sache. Und genau so muss das auch sein. Das Schloss im Schloss besteht aus Stegen, Plattformen, einem fahrbaren Prinzessinnenbett, einer ebenso mobilen Waschküche und natürlich dem obligatorischen Brunnen, in dem die goldene Kugel der Prinzessin verschütt geht – weswegen sie einen ungewöhnlichen Liebhabenpakt mit einem glitschigen Frosch eingehen muss. Das Konzept sieht vor, dass alle Figuren sich nur in diesem Arragement bewegen… gefangen in der königlichen Maschinerie, gefangen auch in den Anforderungen, Träumen, Pflichten, Wünschen und Sehnsüchten, die sie mit sich tragen. Erst zum Schluss, wenn das Chaos […]

Ein Schloss in HD

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Vor zwei Wochen bin ich ins Schloss gezogen. Ich hatte schon immer ein wirkliches Faible für Schlösser – und Burgen erst. Also schien mir das eine gute Idee zu sein. Die Stellenbeschreibung war einfach: „Alles regeln, was im Schloss zu regeln ist!“. Ich fand, das ginge sehr in Ordnung so und machte mich frisch an’s Werk. Die Prinzessin ist ganz reizend. Clever und smart und… nun ja, gerade ein Teenager… aber, Himmel, das waren wir ja alle mal. Ihr Papa, der König, ist… ein wenig schräg. Eigentlich herzensgut, aber schräg. Es macht ihm noch sehr zu schaffen, dass die Königin sich aus dem Staub gemacht und nichts als einen Brief hinterlassen hat, auf dem sie ankündigt sich ein neues Leben suchen zu wollen. Seitdem balanciert der König zwischen den Staatsgeschäften und exessivem Jojo-Spiel… ich bin sehr unschlüssig ob das als duchgängig gesund zu betrachten ist. Angelegentlich erscheint er mir verwirrt. […]

Nekropolis – Bite Club – Menschheit 2.0 ???

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Wir leben in einer Zeit, in der ein nordkoreanischer Diktator und ein amerikanisches Diplomatiegenie einander mit Nuklearschlägen bedrohen um einen Krieg zu vermeiden. Clever. Diese brisante Kindergartenlogik beweist: die Apokalypse gehört in die Hände von Fachleuten… vorzugsweise Schauspielern. Dort ist sie nicht nur unbedenklich für die menschliche Spezies. Sie ist dann vor allem auch unerwartet unterhaltsam. „Nekropolis – Bite Club“ hatte die ersten beiden Vorstellungen. Die zweite Folge der städteübergreifenden viralen LiveHörSpiel-Reihe der Theater Konstanz, St.Gallen und Aachen steuert vollkommen unverhohlen den Menschheitsuntergang an und kommt dabei ganz ohne frustrationsschürende Gesellschaftsendzeitabrechnung aus. Das ist nicht zuletzt der Lebendigkeit des skalpellfein beobachteten Textes von Anita Augustin geschuldet, der seine Figuren ernst nimmt, sorgsam im Grenzbereich von Sehnsucht, Wirklichkeit und Wahnsinn balanciert und dabei mühelose Sprachbrücken baut zwischen Nachdenklichkeit, Witz und Aberwitz. Regisseur Eike Hannemann zettelt damit ein vergnügliches „end of the humans as you know them“ an (nach Belieben zu singen […]