Smartmobs made in Rostock!

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Macht es auf! Samstags sind die Fußgängerzonen immer voll… manchmal sind sie voller. Und manchmal sind sie voller Theaterleute. Das nennt sich dann Smartmob und dieser Mob wischt durch die Rostocker Straßen, spielt auf, singt, tanzt, macht sich bemerkbar. Er verteilt ein Lächeln auf den Gesichtern der Passanten. Sie bleiben stehen, schauen, hören zu, lassen sich anstecken von einer Demonstration guter Laune mit dem die anwesenden Theaterleute und ihre Unterstützer sagen: hier ist euer Theater, hier ist Spielfreude, Spielfreude braucht Platz, gebt ihr Platz, gebt ihr ein großes Haus. Das ist toll, das ist wichtig, das ist ein Schritt auf dem Weg zu verhindern, dass aus der bautechnischen Schließung von heute ein ensembleloses Bespieltheater für das Rostock von morgen wird. Und trotzdem bin ich verwundert… wieviele Menschen arbeiten eigentlich am Volkstheater? Ist das wirklich so klein? Müssten da nicht viel mehr Menschen den Demonstrationszug bilden? Ich komme aus dem Rheinland, […]

„Die Physiker“ 2.0

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Ein Land, dessen Ernährungsgewohnheiten mich in Teilen anekeln, dessen Mentalität mir fremder ist als der Mond, dessen Kultur ich bewundere, dieses Land beeindruckt mich auf eine Weise für die ich nicht genug Worte des Respekts finden kann."Jetzt denk' doch nicht immer Erdbeben, Flutwelle, Vulkanausbruch!", sagt man, wenn jemand nicht übertreiben und die Kirche im Dorf lassen soll. Diesen Satz wird man nie wieder sagen können, denn die Ereignisse in Japan haben ihn erfüllt und um eine nukleare Katastrophe ergänzt.Und dieses Land beeindruckt mich. Dort wo derzeit keine akute Gefahr besteht ebenso wie inmitten kriegsähnlicher Verwüstung und im Angesicht der Angst vor einer möglichen partiellen oder vollständigen Kernschmelze in drei Reaktoren. Die Medien saugen die Bilder aus Japan auf, bereiten sie auf, verwirbeln sie, machen sie massentauglich, durchsetzen sie mit Tschernobylvergleichen, wollen Prognosen für einen Präzidenzfall mit dem niemand Erfahrungen haben kann.Die Atomwerksbetreibergesellschaften sagen weltweit, was ihre Kollegen in Japan vor […]

Rosenmontagsrosenkriege

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Sie halten Karneval für einen Spaß? Pardon, das ist naiv. Und 'Tschuldigung, 'Tschuldigung, 'Tschuldigung, aber ich bin Rheinländerin und ich weiß es schon lange besser.Lange vor jenem sozial abgründigen und kulturell brisanten Skandal, welcher aktuell und diesbezüglich durch Regensburg tobt.Oliver und Jasmin (Namen von der Redaktion nicht geändert) sind Mitglieder der Statisterie des Regensburger Theaters. Oliver nimmt Ballettstunden und wöchentlichen Gesangsunterricht bei der Frau des ehemaligen musikalischen Leiters der Bühnen, Jasmin steckt im Abiturstress, ist deswegen derzeit unabkömmlich für den Theater E-Chor und strebt nach der Reifeprüfung die Bühnenreife durch Ausbildung an einer Schauspielschule an.Beide zusammen bildeten das diesjährige Prinzenpaar der traditionsreichen Faschingsgesellschaft Narragonia 1848 eV zu Regensburg. Ich lebe seit fünfeinhalb Jahren in Regensburg ohne realisiert zu haben, dass sich auch hier die Narren vereinstechnisch organisieren – aber wie erwähnt, ich bin Rheinländerin. Ich nenne das Karneval und bin dem Fasching gegenüber kulturvergessen und ignorant.Zu den Aufgaben des Prinzenpaares […]

Das Runde muss ins eckige und Rostock braucht sein Theater

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2003 geriet der FC St.Pauli in eine unbequeme Schieflage. Der doppelte Abstieg drohte, das Abrutschen in die Oberliga. Mit verantwortlich für diese Talfahrt waren fehlende finanzielle Mittel in Höhe von 1,95 Millionen Euro, aufzutreiben binnen drei Monaten. Was tat der Verein? Er rief eine beispiellose Rettungskampagne ins Leben. Neben Dauerkartenverkauf, Spenden und Benefitzaktionen kreierte er eine T-Shirt-Aktion und machte seine Fans zu seinen Rettern. Die T-Shirts mit dem Vereinslogo und der Aufschrift „RETTERIN“ oder „RETTER“ verkauften sich 140.000 mal und erbrachten einen Nettoerlös von 900.000 Euro. Die Brauerei „Astra“ spendete 1 Euro pro verkauftem Kasten dem Verein, Kiezwirte kassierten 50 Cent-Solidaritätsaufschlag pro ausgeschenktem Bier… beides ergab zusammen 140.000 Euro. Das Ende vom Märchen war: alle Rettungsaktionen zusammen erbrachten weit mehr als die benötigte Summe. Warum funktionierte das? Der FC St.Pauli ist eine emotionale Institution. Er ist es, weil er seinen Fans Emotionen schenkt und Erinnerungen, weil sie sich mit ihm […]