Die Mauerschau des Osterhasen

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Teichoskopie… das klingt nach einer HNO-Untersuchung. Tatsächlich aber bin ich Fan dieser Erfindung. Erlaubt sie es doch alles denkbare und undenkbare mitten auf die Bühne zu holen und das ganz ohne Animation, Special Effects und gigantischer Überstrapazierung des Bühnen- und Kostümetats. Wird diese Mauerschau dann auch noch von einer Kollegin/ einem Kollegen dargeboten, die/der des plastischen Sprechens mächtig ist… dann schmelze ich in größter Wonne dahin und meine eigene Vorstellung fängt an Schlachten, Ungeheuer, wahnwitziges Getümmel und was dergleichen möglich ist mitten in die Bühnenhandlung zu zaubern. Was aber wenn diese Mauerschau vom Osterhasen abgehalten würde? Was, wenn sie den Anlaß des heutigen Feiertages beschreiben würde? Aus seiner Sicht? Ich habe mich entschlossen, dieser Frage mal nachzugehen… eine gewisse Subjektivität und Bibeluntreue mag in der Perspektive des Mauerschauenden begründet sein: „Kaum seh‘ ich die Sonne sich erheben über den Platz, das Grab in Lichte tauchend, da seh‘ ich auch schon […]

Offene Worte aus Saarbrücken

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Die Schließung des großen Hauses, der Hauptspielstätte des Volkstheaters Rostock, von einem Tag auf den anderen und die daraus resultierende Situation war hier im Blog bereits mehrfach Thema. Nun hat sich das Saarbrücker Theater in einem offenen Brief treffend zu Wort gemeldet:     Offener Brief Saarbrücken, den 14.04.2011 Sehr geehrter Herr Methling,sehr geehrter Herr Leonard,sehr geehrte Frau Dr. Melzer,liebe Kollegen des Volkstheater Rostock, mit Schrecken haben wir vernommen, dass das Große Haus des Volkstheater Rostock am 22.02.2011 mit sofortiger Wirkung und auf unbestimmte Zeit, geschlossen wurde. Die Begründung, dass nicht ausreichende Brandschutzvorkehrungen das Publikum und die Mitarbeiter des Volkstheater gefährden, erklärt diese Vorgehensweise. Dennoch fragen wir uns, wie das Haus weiterhin die Umsetzung des Spielplans gewährleisten kann, damit die Bürger/Innen der Stadt Rostock in den gewohnten Genuss von Kunst und Kultur kommen können. Das Schließen von Spielstätten auf Grund von Sanierungsarbeiten, ist kein unüblicher Vorgang. Derzeit wird beispielsweise das […]

Space for Space

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Am 12.April 1961 startete Juri Alexejewitsch Gagarin mit Wostok 1 und einem gutlaunigen „Pojechali!“ (Auf geht’s) zum ersten bemannten Raumflug der Geschichte. Er umrundete unseren Planeten in 108 Minuten und landete dynamisch im Wolga-Gebiet. Dabei läutete er nicht nur das Zeitalter der bemannten Raumfahrt ein… fast wäre er auch ihr erstes Opfer geworden. Eine fehlerhafte Abtrennung der Landekapsel vom Rest des Raumschiffs versetzte beide, nunmehr unplanmäßig durch Kabel verbundene, Komponenten in eine unkontrollierte Rotationsbewegung. Erst die Reibungshitze des Wiedereintritts durchtrennte die Kabel und ermöglichte den glücklichen Ausgang der Mission. Gagarin wurde in den Rang eines Majors befördert, Nationalheld …und durfte nie wieder in den Weltraum fliegen. Zu gefährlich. Das ist heute 50 Jahre her und die Nachrichten sind voll davon. Am 12.April 1981, auf den Tag genau 20 Jahre nach dem ersten bemannten Flug in den Weltraum, stand das Space Transportation System mit dem Space Shuttle Columbia auf seiner Startplattform […]

Wenn Kino Theater wird…

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Am Theater interessieren mich Menschen. In all ihren Geschichten, Gefühlen, Entwicklungen, Verwebungen, ihren inneren und äußeren Mahlwerken und Zahnrädern.Im Kino bin ich Mainstream… da darf es krachen, da dürfen Mäuse Meisterköche sein, da dürfen Laserschwerter geschwungen werden, da dürfen Aliens sabbernd Mrs. Weaver auf die Pelle rücken – alles, was zu Popcorn paßt.Zwischen den beiden Seiten der darstellerischen Medaille gibt es eine Schnittmenge. Sie ist klein, sie ist erlesen, sie haut mich um. Es sind großartige, zeitlose, dichte, wundervolle Filme voller Sogwirkung und Strudel. Es sind Filme, die wie Theater funktionieren… nur dass man den Darstellern mit dem Objektiv ganz nah sein darf.Ein Mann, der für diese Filme eine wundervolle Handschrift sein eigen nennen konnte, starb heute 86jährig in New York.Sidney Lumet ließ seine Filmschauspieler proben wie für ein Bühnenstück. Er bestellte sie zwei Wochen vor Drehbeginn und ließ sie das Drehbuch chronologisch proben. Besessen von seinen Charakteren, verliebt in […]