Sigourney Weaver…

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Die schönsten Liebeserklärungen sind immer jene, die man aus einem spontanen Moment heraus verteilt. Heute Abend läuft "Alien – das Wesen aus einer anderen Welt"… mal wieder. Ich werde mir den Film ansehen …mal wieder. Diese Geburtsstunde in der Filmgeschichte. Nein, ich rede nicht von den Facehuggern, die in anbetungswürdigem H.R.Giger-Design mit einem schleimigen Aufreißgeräusch aus ihren Eiern krabbeln. Das ist der Film, in dem Sigourney Weaver, ganz nebenbei, etwas erfindet, das es vor ihr nicht gegeben hat: die Actionheldin. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten Frauen sich mehrheitlich retten und beschützen zu lassen. Die fortgeschrittensten Kämpferinnen und Heldinnen durften im gleichen Team mit ihren Kollegen fighten. Gewissermaßen unter Supervision. Überleben? Als Einzige? Während alle anderen Beteiligten, Männlein wie Weiblein von einem überirdisch resistenten Monster der galaktischen Evolution dahingemetzelt werden? Das war bis dato niemals vorgesehen. Sigourney Weaver eröffnete ein vollkommen neues Fach.Dabei hat sie selbst nicht einmal eins. Sie verkörpert […]

Wieder nüscht…

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Heute um 18.00 geht die Welt unter. 18.00 in welcher Zeitzone? Keine Ahnung. Harold Camping weiß nur, dass heute der Weltuntergang beginnt. Er hat das aus der Bibel berechnet. Die Bibel kennt keine Zeitzonen. Der Weltuntergang beginnt halt. So insgesamt. Welt halt. Mal wieder. Den hatte Camping selbst zwar schon für 1994 vorausgesagt – aber er gibt zu, dass er sich da verrechnet hatte. Hey, kein Problem, ich bin auch nicht gut in Mathe, ich kann das verstehen. Heute ist er sich aber sicher. Also Beginn vom Weltuntergang. Ok. Äh, Moooment. Sollte der laut dem evangelikalen Autor Hal Lindsey nicht 40 Jahre nach der Gründung des Staates Isreal stattfinden? Das wäre 1988 gewesen. Der fundamentalistische Prediger Jerry Falwel hingegen rechnete 1999 mit der Rückkehr Jesus Christi innerhalb der nächsten zehn Jahre. Offenbar besteht Einigkeit, dass dessen Wiederkehr auf unseren Planeten der Startschuss zum Weltuntergang ist. Er rettet dann eine undefinierte […]

Frisch (ge)fragt

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Ich lese nicht viele Blogs regelmäßig. Zu denen, die ich wirklich fast täglich anklicke, gehört der Blog "Theaterliebe" von Johanna Schall. Ähnlich einem Ganzjahresadventskalender beliefert er Theaterfreunde nahezu täglich mit neuen Einträgen, die von Betrachtungen über Gedichte, Geschichten, Interviews und aktuellem Zeitgeschehen bis hin zu wörtlichen Sammlerstücken ein so breites Spektrum abdecken, dass der Blogtitel nicht übertrieben und in der Tat verdient ist. Heute fand sich dort ein von Max Frisch 1966 entworfener Fragebogen, der mich augenblicklich dazu anstiftete die Fragen beantworten zu wollen. Spannende Fragen finde ich unwiderstehlich. Sie provozieren interessante Antwortsuchen. Als ich Fragen und Antworten als Kommentar posten wollte stieß ich auf technische Hürden. Kommentare sind auf 4096 Zeichen zu begrenzen. Das war mir offenbar nicht gelungen. Ich entfernte die Fragen, aber die Technik spielte immer noch nicht mit. Also entschloß ich mich das Gesamtpaket hier einzustellen. 1. Sind Sie sicher, dass Sie die Erhaltung des Menschengeschlechts, […]

Echo zum „Offenen Brief“ an Martin Rütter“

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Mein offener Brief an Martin Rütter hatte ein bemerkenswertes Echo. Ich erhielt ungewöhnlich viele Kommentare und Rückmeldungen für die ich mich an dieser Stelle sehr herzlich bedanken möchte. Heute war einer dabei, der mir eine Ergänzung zu diesem Brief notwendig erscheinen lässt. Er lautet: "Nett formuliert, aber schlecht recherchiert. Herr Rütter hat bereits am 26.02.2009 Stellung zu dem Missverständnis genommen. Nachzulesen in seinem Gästebuch, unter dem entsprechenden Datum:http://www.ruetters-dogs.de/Infos/Gaestebuch?year=2009 Ich freue mich auf den nächsten “offen Brief”. Beste Grüße, Peppi" Ich halte Kritikfähigkeit für ein oberstes Prinzip der Güteklasse bei Schauspielern. Wir alle wissen wie leidig und nutzlos man Probenzeit zubringen kann, wenn sie abwesend ist. Ich ging also dem Link nach und fand in Martin Rütters Gästebuch folgende Anfrage: "Herr Rütter, ich hätte gerne mehr über das Zitat "Nur Depravierte halten sich Listenhunde" von Ihnen erfahren. Es haben sich ja nun schon diverse Leute mit Listenhunden nach einem Training bei […]

Zwei Monate Fukushima – die Katastrophe ohne Publikum

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Am 11.März 2011 wurde Japan von einem Erdbeben der Stärke 9.0 erschüttert. Durch das Beben und den darauffolgenden Tsunami kamen Schätzungen zufolge bis zu 25.000 Menschen ums Leben. Die Folgen der Naturkatastrophe ließen vier Reaktoren den Kernkraftwerkes Fukushima Daichii havarieren.Heute ist das zwei Monate her und längst aus den Medien verschwunden.Eine meine Lieblingsschauspielerinnen, Ingrid Bergmann, hat einmal gesagt: "Glück bedeutet eine gute Gesundheit und ein schlechtes Gedächtnis.". Im Grunde hat sie recht. Manchmal steht aber auch ein schlechtes Gedächnis einer guten Gesundheit entgegen. So wie Tschernobyl aus den Schlagzeilen und dem Bewußtsein der Öffentlichkeit verschwand und durch andere aktuelle Katastrophen ersetzt wurde, gerät auch Fukushima zur Randnotiz einer katastrophengewöhnten Welt, die sich für eine kurze Zeit medial-gesellschaftlich entsetzt und dann mit neuem Brot und Spiele gefüttert werden will. Ich möchte den heutigen Tag zum Anlass nehmen einmal nachzusehen, welche aktuellen Nachrichten aus der strahlenden Kraftwerksruine es nicht mehr in die […]

Think Big für’s Volkstheater Rostock

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Mir wurde gerade warm um's Herz. Mehr durch Zufall klickte ich mich auf einen YouTube-Beitrag von Fabian Nehring. Er studiert offensichtlich an der Universität Rostock und geht gerne ins Theater – was ja in Rostock seit der Schließung der Hauptspielstätte Ende Februar mit gewissen Schwierigkeiten verbunden ist. Also überlegte er, was zu tun sei, kombinierte eine Idee mit einer derzeit laufenden o2-Aktion, erstellte einen kompakten Film über sein Anliegen und reichte seine Idee ein. Link: Fabians Idee… Lieber Fabian… (bitte um Erlaubnis Dich im Überschwang der Freude über diese Entdeckung zu dutzen!)… sollte ich jemals an einem Theater engagiert sein, dass sich gegen ähnliche Schwierigkeiten durchsetzen muss, wie das in Rostock derzeit der Fall ist, dann wünsche ich mir sehr, dass in meiner Stadt Theaterfans leben, die wie Du kreative Ideen haben, sich hinter selbige klemmen und sie in Taten verwandeln. Jeder Schauspielerin/jedem Schauspieler, jedem Theatermacher muss bei solchen Aktion […]

Offener Brief an einen VIP-Hundeprofi

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Sehr geehrter Herr Rütter, bisher war ich immer recht angetan von Ihrer Arbeit. Das betrifft die gewaltfreie Konsequenz der Erziehung ebenso, wie Ihre Einschätzungen des jeweiligen Problems und die Verhaltensumbildungen, welche sie den Hundehaltern nahelegen. Und ebenso wie Sie bin ich der tiefverwurzelten Meinung, dass die Ursache der meisten Probleme auf zwei Beinen herumläuft und keine Pfoten hat. Nun lese ich eine Aussage, die Sie bereits 2008 getätigt haben: Über die Gefährlichkeit von Kampfhunden und deren Besitzer will er dabei erst gar nicht reden. „Man muss danach fragen, was das für Menschen sind, die sich solche Hunde halten“, so sagt er dann aber doch. „Es sind meist Depravierte, die wohl ihre eigenen Gründe haben.“ Das mit dem „depraviert“ musste ich nachschlagen, es bedeutet: verdorben, verkommen, verunstaltet. Aha, ich bin also „depraviert“… wahrscheinlich sogar „hyperdepraviert“, denn ich bin nicht nur bekennender Fan der „Listenhunde“ (so die korrekte Bezeichnung der von Ihnen […]

„Eine Nation unter Gott, unteilbar, mit Freiheit und Gerechtigkeit für alle.“

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Am 9. September 2001 war ich in Dessau engagiert. Wir hatten gerade Endprobenwoche "Die Feuerzangenbowle", sie sollte am 14. September Premiere haben… sollte, die Premiere wurde dann verschoben.Wir hatten einen Durchlauf und ich wartete oben bei den Garderoben auf meinen nächsten Auftritt, als die Nachricht kam, dass ein Flugzeug in das World Trade Center gestürzt war.Unfall, ein schrecklicher katastrophaler Unfall… so unser erster Gedanke. Dann kamen die anderen Flugzeuge. Die Probe wurde unterbrochen. Ich ging mit einigen Kollegen und meinem Lieblingsdramaturgen in die Dramaturgie, dort lief der Fernseher und ich sah zum ersten Mal die Bilder zu den Nachrichten. Surreale Bilder. Bilder, wie man sie gewohnt ist aus Kinofilmen, die sich dramatische Spezialeffekte leisten können. Bilder, wie man sie nicht fassen kann, wenn sie das Wissen in sich tragen, dass sie die Wirklichkeit abbilden.Was ich aber genauso unauslöschlich erinnere sind die Bilder von feiernden Menschen. Jubelnden Menschen. Menschen, die die […]