„Erst haben die Menschen das Atom gespalten, jetzt spaltet das Atom die Menschen.“ (Gerhard Uhlenbruck)

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Irgendwann einmal verhieß uns der Glaube an die Technologie eine strahlende Zukunft. Nirgendwann war die Chance dafür, dass sich dieses Versprechen einlöst, größer als 2011. Und wieso geht das dann nicht durch alle Medien? Als Gegengewicht zu frustrierenden Weltfinanzmeldungen und kriegerischen Mißständen aller Art?Weil das mit der "strahlenden Zukunft" ein Mißverständnis war – und deshalb ist die Chance dafür auch frustrierend. Wenden wir uns den Strahlenquellen zu.Fukushima – ja, das gibt's noch und leider strahlt es auch ohne mediale Anteilnahme weiter. Inzwischen ist klar, dass die Betreiberfirma TEPCO von Anfang an nach Kräften bestenfalls verschleiert, schlimmstenfalls gelogen hat. Der Tsunami hat zwar die Kühlung der Akw's schachmatt gesetzt, allerdings waren die Druckbehältnisse der Brennstäbe bereits nach dem Erdbeben beschädigt… eine Kernschmelze schon nach dem Erdbeben nahezu unausweichlich. In den Reaktorblöcken 1-4 hat es Explosionen gegeben, bei Block 3 vermuten einige Experten mittlerweile, dass die Explosion nicht auf Wasserstoff zurückzuführen ist, […]

Kick it…

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Es ist so weit. Heute beginnt das Sommermärchen reloaded, der Anlauf für den Hattrick, der Anstoss zur Fußballweltmeisterschaft in Deutschland. Punkt.Punkt? Nein, nicht Punkt. Der Fußballweltmeisterschaft der Frauen. Das scheint man dazu sagen zu müssen, denn es scheint eine imsense Rolle zu spielen. Warum ist das eigentlich so ein Akt, ein Segen, ein Drama, eine Besonderheit, ein Aufreger, je nachdem, wen man fragt. Kolummnisten der Süddeutschen Zeitung beschwören Kindheitserinnerungen, wie sie als kleiner Junge auf den Schultern ihres Papas Fußballspielen beigewohnt haben und begründen damit ihr Desinteresse am Frauenfußball. Ja, das ist natürlich ein Argument… weibliche Kicker können Erinnerungen wirklich beschädigen.Die Fahrer der Formel 1 waren zum Teil verblüfft, dass diese WM stattfindet. Das kann schon mal passieren, wenn man an Frauen als Grid Girls gewöhnt ist. Macht auch nüscht, ich weiß auch nie welches Rennen wo auf der Welt ansteht und welcher Fahrer wieviele Punkte wann eingesammelt hat. Immerhin, […]

Gott ist ein Langschläfer

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Regensburg ist katholisches Pflaster. Mit Bischof Gerhard Ludwig Müller, der Missbrauchsfälle auch schon mal als "Inszenierung" gegen die Kirche verstanden wissen will, ist es manchmal ein höchst verwunderliches und unerfreuliches katholisches Pflaster. Dafür können aber seine Schäfchen nichts und so ist Regensburg vornehmlich einfach nur katholisches Pflaster. Das bedeutet, wenn es einen katholischen Feiertag gibt, dann wird er in Regensburg vollumfänglich begangen und gefeiert. Heute ist Fronleichnam, ein Hochfest der katholischen Kirche, bei dem die leibliche Anwesenheit Jesu Christi beim Abendmahl gefeiert wird. Diese Feierlichkeit kündigt sich bereits Tage zuvor durch an die Häuser gebundene Birken an. Als mein Patenhund einmal zu dieser Zeit bei mir zu Besuch war fand er diesen Brauch entzückend und erfreulich. Für ihn muss es gewirkt haben, wie in dem Asterixband, in dem Miraculix Eicheln mit Zaubertrank präpariert, sodass man sie nur auf den Boden werfen muss und schwups steht eine neue Eiche da. Überall […]

Haptik Habtick

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Haptische Menschen sind durch Berührung verführbar. Nun werden Sie sagen, haha, großes Geheimnis, alle Menschen sind durch Berührungen verführbar. Es kommt nur darauf an wie und durch wen. Aber so meine ich das gar nicht. Wikipedia beschreibt das so: „Als haptische Wahrnehmung (griech.: haptόs „fühlbar“, haptikόs „zum Berühren geeignet“) bezeichnet man das aktive Erfühlen von Größe, Konturen, Oberflächentextur, Gewicht usw. eines Objekts durch Integration aller Hautsinne und der Tiefensensibilität.“ Ich war ein sehr schüchternes Kind, das erschwerte mir das beherzte Zugreifen. Trotzdem äußerte sich die Tendenz zum Tastjunkie bei mir früh und ist bis heute erhalten geblieben. Das klingt harmlos, kann aber skurile Formen annehmen. Ich besitze 17 Füller. Manche waren teurer, andere sind aus Plastik, erheblich ist das nicht. Manche schreiben überaus fein, andere eine satte Linie, manche kratzen ganz leicht das Papier, andere gleiten darüber, manche wiegen schwer, manche liegen schlank zwischen den Fingern, allein die kalligrafische Federsammlung […]

„Magisch ist die Nacht, der Mond ihr Herz, die Wolken ihr Körper, die Luft ihre Haut, die Sterne ihre Liebe.“ (Kruppa)

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Ein guter Freund von mir gibt heute eine großartige Vorstellung. Ich bin sicher, Sie kennen ihn, man könnte ihn berühmt nennen. Ehrlich gesagt kennen ihn die meisten Menschen auf diesem Planeten… äh, nein, alle, es kennen ihn alle. Vielleicht nennen ihn nicht alle "Freund". Ich nenne ihn so, weil er ein guter Begleiter ist. Die meisten nennen ihn "Mond" und heute Nacht gibt er eine ganz grandiose OpenAir-Show. Nein, Eintrittskarten müssen nicht erworben werden, die Show ist for free. Allerdings ist sie ein bißchen wetterabhängig. Aber das kennt man ja vom Freilicht.Heute Nacht tritt der Mond in den Schatten der Erde ein, zur längsten Mondfinsternis der letzten 10 Jahre. Nun werden Sie denken, wow, nachts, wenn es gewohnheitsmäßig zur Dunkelheit neigt, wird nun auch der Mond finster… na, da wird man ja echt was zu sehen kriegen. Aber wer oder was auch immer diese astronomischen Spektakel inszeniert… da ist ein […]

Fürth II: I’m walking… yes, indeed, I’m walking…

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Was hat man, wenn rund 4000 Menschen sich treffen um gemeinsam zu schwitzen und Endorphine auszuschütten? Um Gottes Willen, was denken Sie denn jetzt… ??? Sowas nennt sich Laufevent, findet manchmal auf mehrere Tage verteilt statt, wobei der Marathon natürlich die hohe Weihe aller Laufwettbewerbe darstellt. In seinem Spülsaum finden Kidsläufe statt, man kann 5km oder 10km laufen, natürlich auch den Halbmarathon, man kann auch 10km Nordic Walking betreiben. Obwohl ursächlich, und ich betone hauptsächlich, angetreten um eine wundervolle Kollegin, deren Begabung mich seit 18 Jahren entzückt und berührt, als „Marianne“ beim „Raub der Sabinerinnen“ über die Bühne toben zu sehen verband sich diese Gelegenheit zufällig mit der Möglichkeit an den Wettbewerblichkeiten rund um den Metropol Marathon in Fürth teilzunehmen. Ich sage absichtlich „rund um“, denn obwohl ich als Schauspielerin natürlich eine gewisse Vorliebe für griechische Legenden habe und mich diese Geschichte „Erfolgreiches Schlachtgetümmel – Boten losschicken – rennen – […]

Fürth Teil I: Sabinjscharinnen

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Ideen, Interpretationsfähigkeit, Innovation… das sind schöne "I"-Wörter und sie haben am Theater viel zu suchen. Wie bei allem bestimmt allerdings auch hier das "Wie" die Qualität. Ich werde irre, wenn man mir in der "Dreigroschenoper" Abu-Ghuraib-Bildzitate unterjubelt, während das Stück mitten in der Bankenkrise Textstellen wie „Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“ aktuell und original mitliefert. Oftmals sollte dem zwanghaften Modernisierungswillen von Regisseuren Einhalt geboten werden. Die Verbesserung des qualitativ hochwertigen und funktionierenden ist in der Regel eine Verschlechterung."Der Raub der Sabinjscharinnen… pardon, der Sabinerinnen" ist ein Stück dem man Modernismen ersparen sollte … und genau das hat Katharina Thalbach auch getan. Woran hingegen nicht gespart wurde war ein vergnügt dynamisch aufspielendes Ensemble, eine hinreißend präzise Kommödienstruktur aus Timing, Witz und Cäsur, eine für Sprachfetischisten wohltuend anzuhörende Sprachbehandlung und ein bunter Strauß Einfälle, die dem Stück beigemischt wurden, ganz ohne sein Gefüge auszuhebeln.Es war […]

Herrschsucht und Wollust im Filter der Zeit

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Ich habe eine Schwäche für alte Bücher. Die trifft sich ganz ungünstig mit einer ebenfalls vorhandenen Schwäche für Flohmärkte. Ich gehöre also zu den Leuten, die ihrer Begleitung am Beginn des Flohmarktrundgangs ihre Brieftasche aushändigen. Bei mir ist diese Handlung meist von dem Satz begleitet: "Egal, wie ich gucke, verhindere, dass ich Bücher kaufe oder ein Einrad!".Das mit dem Einrad ist eine andere Geschichte. Ich wollte schon immer lernen Einrad zu fahren, aus angeberischen Gründen. Es steht aber zu befürchten, dass ich mich damit umbringe, deswegen sollte ich mir andere Wege suchen Eindruck zu schinden.Bei den Büchern ist es ein Lagerproblem.Nichts desto trotz besitze ich eine kleine feine Sammlung von Werken, die um die hundert Jahre alt sind. Oftmals ist mein Faible für skurile Dinge da mein Kaufberater. So besitze ich ein Buch mit geistlichen Amtsreden aus dem Jahre 1893 – obwohl ich Atheist bin. Die Lektüre der vorgefertigten Reden […]