Fri(t)sch, frei, ‚drüber – „Die Nibelungen“ in Bremen

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Wollten Sie ein Theater schon mal mit einem Tinnitus verlassen? Besuchen Sie „Die Nibelungen“ am Theater Bremen, dort haben sie eine überaus reelle Chance darauf. Was Herbert Fritsch mit dem deutschesten aller Stücke treibt definiert einiges an Schmerzgrenzen für die Bühne neu. Die Inszenierung polarisiert. Sie wird geliebt oder verachtet, bejubelt oder gehasst… ein meinungstechnisches Mittelfeld dürfte Mangelware sein. Grund genug sie anzusehen also. Der Vorhang öffnet sich. Ein rundlich stattlicher dunkelhäutiger Mann in Miróbunten Klamotten jammert singend in seiner Muttersprache – Togolesisch. Rüdeger, linkisch, in Lack und Rasterlocken eilt um ihn herum und dolmetscht für das Publikum. Es ist Etzel der da leidet und währenddessen färbt sich die Videowand hinter ihm in herablaufenden Projektionstropfen aus Blut rot. Dazu Musik, die einem Gladiatoren Ehre bezeugt hätte. Der König läuft die Bühne in dramatischen Posen ab, Rüdeger fängt an, wie in blindengerechten Fernsehspielen, auch das zu dolmetschen – da wußte ich, […]

Kann das bitte mein Assistent erledigen?

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Man unterschätzt das. Gewiss, die wenigsten Schauspieler, die Deutschland bereisen, müssen Vorbereitungen treffen, als ob man mit dem Fahrrad durch Patagonien touren will… es ist völlig wurscht, ob man sein Lieblingsduschgel eingepackt oder Kontaktlinsenpflegemittel vergessen hat. Blöder wird’s dann schon bei den Kontaktlinsen selbst. Und wo ist mein USB-Stick, mein 16 GB-Gehirn, da is alles drauf… wenn ich den in der Dockingstation stecken lasse, dann geht’s übel aus. Mein Mp3-Player, gute Güte, ich jogge da doch sonst keinen Meter. Wo zum Geier hab’ ich den WLAN-Empfänger hingetan? Dass die Technologie aber auch mittlerweile so klein bauen können! Wenigstens meine Webcam ist noch Technik von gestern und kein Zwerg… wow, wie kommt da denn so viel Staub drauf? Hm, länger nicht bewegt worden, was? In meinem Halbjahreszuhause gibt’s zwei Hunde… Leckerlies zum einschleimen hab’ ich, aber ich brauch’ meinen Futterbeutel für den Gürtel, sonst wird’s nix mit dem spannenden Gassigehen. Apropos […]

Homage an eine Ära

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Manchmal, da weiß der Kopf etwas, ohne, dass das Herz es versteht. Am 21.Juli 2011 landete das letzte Space Shuttle – und beendete ein 30 Jahre langes Abenteuer mit den ersten Raumschiffen der Menschheitsgeschichte. Ich weiß das – und trotzdem kommt es mir immer noch vor wie eine Pause… als würde sich der nächste Start einfach verzögern und etwas in mir wartet darauf das Space Transportation System wieder auf seiner mobilen Startplattform zum Launchpad rollen zu sehen, wartet auf vertraute 43 Stunden Countdown und die unvergleichlichen achteinhalb Minuten Aufstieg in den Orbit. Ich versuche mich abzulenken… ich schaue Raketenstarts, jeglicher Couleur, versuche deren technische Daten und Abläufe nachzuarbeiten – ich mache es halbherzig, das muss ich zugeben. Ich konzentriere mich vermehrt auf das Marsgeschehen, den fast startbereiten Rover „Curiosity“, seinen nicht klein zu kriegenden Kollegen „Opportunity“, liebevollst „Oppy“ genannt, und das täglich eintrudelnde Bildmaterial von der Oberfläche. Virgin Galactic habe […]

Das Schweigen der Lämmer

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Es ist still geworden um Fukushima. Es sind weitere Arbeiter gestorben. Plötzlich und schnell. TEPCO mag sich zu den Ursachen nicht äußern. Für die Schlagzeilen sind es nicht genug. Experten vermuten die geschmolzenen Kerne der Reaktoren 1-3 12 Meter unterhalb ihrer Containments im Untergrund. TEPCO kann das weder bestätigen, noch verneinen. TEPCO gibt zu nicht zu wissen, wo die Kerne sind. Binnen eines Jahres könnten sie über 30 Meter tief geschmolzen sein. Vielleicht ist das dann eine Schlagzeile wert. Vielleicht auch nicht. Lange Zeit gab es Meldungen über beeindruckende Plutoniumkontamination weit über die Evakuierungszone hinaus. Diese Meldungen gibt es nun nicht mehr. Die japanische Regierung hat ihre Messungen eingestellt. Je nach Art der Plutoniumnuklide beträgt die Halbwertzeit zwischen 87 Jahren und 80 Millionen Jahren. Die japanische Regierung hat das Problem schneller gelöst. Als Alphastrahler ist Plutomium von handelsüblichen Geigerzählern kaum zu messen… für die Bevölkerung ist es somit nicht mehr […]

„Der Sport ist ein sehr vernünftiger Versuch des modernen Zivilisationsmenschen, sich Strapazen künstlich zu verschaffen.“ (Curt Emmrich, dt.Arzt und Schriftsteller)

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Nicht wenige sogenannte Volksläufe haben einen karitativen Zweck. Der Regensburger Leukämielauf wird seit 1999 von der Leukämiehilfe Ostbayern und dem hiesigen regen Laufverein LCC Marathon veranstaltet. Er hat sich zum größten Benefizlauf der Region gemausert, viele Projekte angestoßen und finanziert und versammelt regelmäßig im Herbst tausende von Läufern und Walkern. Für mich ist er immer der Abschluß der Wettkampfsaison… welche dieses Jahr, aufgrund von massiv vorherrschender Trainingsunlust, recht eventmilde ausfiel. Allein, ich mag diesen Lauf sehr und wollte auf die Teilnahme keinesfalls verzichten. Man hat die Auswahl zwischen diversen Streckenlängen. Für die 5km bin ich zu arrogant. Das macht aber auch keinen Spaß… kaum ist man losgelaufen biegt man schon wieder auf die Zielgeraden. 7km walken… dagegen sprechen zwei Punkte: 7km und walken. Walken ist wirklich nur noch eine Option, wenn ich mich vor den Augen einer Lieblingskollegin partout nicht blamieren will und die Strecke wenigstens zweistellig ist – siehe […]