Vor ungefähr 13,7 Milliarden Jahren tat ein sehr ungewöhnliches Baby einen Geburtsschrei… den gewaltigsten, den es vermutlich jemals gab. Wir nennen ihn Urknall und dabei verschleuderten sich die Bausteine für absolut alles, was heute ist. Das Baby ist unser Universum und seitdem wächst es. Es expandiert. Herausgefunden hat das der amerikanische Astronom Edwin Powell Hubble und deswegen wurde die Konstante, die diese Expansion beschreibt, nach ihm benannt. Auch ein Mondkrater trägt seinen Namen und ein Asteroid.

Trotzdem wäre er der breiten Öffentlichkeit wahrscheinlich ein Unbekannter geblieben… doch dann wurde ein Teleskop nach ihm benannt. Ein Weltraumteleskop.

Groß wie ein Schulbus wurde es am 24.April 1990 mit dem Space Shuttle Discovery in den Weltraum gebracht und heute vor 22 Jahren an seinem Bestimmungsort ausgesetzt.

Doch als die erste Aufnahme knapp einen Monat später zur Erde gefunkt wurde verursachte sie alles andere als Begeisterung. Sie war verschwommen. Was man zunächst noch als Einstellungsfehler verstehen wollte entwickelte sich zu einem astronomischen Schockerlebnis… auch alle weiteren Aufnahmen waren verschwommen. So langsam führte kein Weg an der Erkenntnis vorbei: das Hubble Weltraumteleskop war kurzsichtig.

Was war geschehen?

Hubbles Hauptspiegel mißt 2,4 Meter im Durchmesser. Seine Herstellung oblag computergesteuerten Schleifmaschinen. Diese kalibriert man mit einer Testeinrichtung die Nullkorrektor genannt wird. An einer Befestigungsschraube dieses Nullkorrektors war ein wenig Farbe abgeplatzt. Und diese dünne, nicht mehr vorhandene Farbschicht, produzierte eine Abweichung von 2,2 µm. Zum Vergleich: ein normales Blatt Papier ist etwa 80 µm dick.

Aber wenn man die Babydecke des Universums lupfen will, dann sind 2,2 µm ein Grand Canyon an Unzulänglichkeit – Hubble brauchte eine Brille.

Hubble war aber nie gebaut worden um knapp 600km über unserem Planeten Besuch von einem Optiker zu bekommen. Das Weltraumteleskop ist mit beachtlich vielen, beachtlich kleinen und beachtlich unzugänglichen Schrauben ausgestattet – es dauerte drei Jahre eine Space Shuttle Mission zu konzipieren und zu trainieren, die Hubble schließlich unter anderem mit dem Spiegelsystem COSTAR (Corrective Optics Space Telescope Axial Replacement) ausstattete. Die Mission war ein durchschlagender Erfolg.

Und der Rest? Der Rest ist Legende.

Seitdem sendet Hubble Bilder zur Erde, die Wissenschaftlern und Laien die Sprache gleichermaßen verschlagen, zum staunen bringen, die unsere Vorstellung über das Universum mitbestimmen und unser Wissen darüber expandieren lassen wie das Universum selbst. Hubble hat uns 30 Billionen Kilometer hohe Gas- und Staubsäulen gezeigt in denen Kernfusionen das Feuer neuer Sterne entzünden. Es hat extrasolare Planeten entdeckt, Galaxien die wie kosmisches Feuerwerk in einer Kollision begriffen sind und schwarze Löcher in den Kernregionen naher Galaxien nachgewiesen. Auf seinen Bildern reisen wir an Orte von denen ausgeschlossen ist, dass Menschen jemals dorthingelangen werden – aber wir können sie sehen. Das Licht, das Hubble einfängt, ist Milliarden Jahren alt, es wurde vom Kinderzimmer unseres Universums aus auf die Reise geschickt.

Chris Lintott von der Oxford University sagte einmal: „“Als Kind wollte ich immer eine Zeitmaschine zum Geburtstag. Das hier kommt der Sache am nächsten.“.

Die für mich wahrscheinlich schönste Entdeckung des Hubble Weltraumteleskops aber ist, dass es kein Nichts gibt, dass in dem, was wir als Schwärze annehmen, immer noch etwas ist und nicht wenig davon. Das Foto dazu heißt „Deep Field“ und gilt manchen als das wichtigste Bild, das jemals aufgenommen wurde.

HUBBLE DEEP FIELD

Hubble ist selbst zu einem Stern geworden, einem Star. Wir finden seine Bilder in „Star Trek“ wieder, in „Futurama“ wird es mit einem feindlichen Raumschiff verwechselt und zerstört, in „Armageddon“ begutachtet es den bedrohlichen Asteroiden, im „Mystery Science Theater 3000“ wird es von einer Raumstation gerammt und verglüht daraufhin… man nimmt an, dass jeder Mensch, der auf unserem Planeten Zugang zu Fernsehen hat, wenigstens einmal in seinem Leben ein Bild des Weltraumteleskops sieht. Aber es lohnt sehr seine Bilder auch wesentlich öfter und nicht zufällig zu sehen.

Fünf Shuttle Missionen sind zu Hubble geflogen, haben es repariert und verbessert, zuletzt im Mai 2009. Der letzte Einsatz hat die Lebensdauer des Weltraumteleskops um geschätzte 5 Jahre verlängert. Neue Servicemissionen wird es nicht geben – die Space Shuttle fliegen nicht mehr. Ihre Außerdienststellung bedeutet auch für das einzigartige Instrument Hubble ein absehbares Aus. Eines Tages wird man es kontrolliert über dem Pazifik zum Absturz bringen. Noch aber arbeitet es dort wo es hingehört – im Weltraum. Und schickt uns Bilder dessen, was wir nie ganz verstehen werden… obwohl wir ein Teil davon sind.

Happy Birthday, Hubble!

„Das hältste ja im Kopf nicht aus“… war 1975 der Titel des ersten Jugendstückes mit dem das GRIPS Theater seine Zuschauerschaft erweiterte und wurde, was es bis heute ist… ein Kinder- UND Jugendtheater. Das vielleicht berühmteste Kinder- und Jugendtheater der Welt.

„Das hältste ja im Kopf nicht aus“ wird nun wieder gegeben – nein, nicht auf dem Spielplan, sondern in der Berliner Kulturpolitik.

Die sponsert das GRIPS Theater mit 2,7 Millionen Euro jährlich. Seit Jahren. Unverändert. Diese lobenswerte Unterstützung hält allerdings mit den real steigenden Betriebskosten des Theaters nicht Schritt. Seit Jahren. Unverändert.

Denn Kinder- und Jugendtheater steckt in einem Dilemma. Es trägt die Kosten eines handelsüblichen Ensembletheaters ohne die Eintrittspreise eines handelsüblichen Ensembletheaters einnehmen zu können. Vier bis fünf Euro zahlen die jungen Gäste im Schnitt für ihr Theatererlebnis, während die Kosten für Gehälter, Verwaltung, Strom, Ausstattung und Miete beharrlich ansteigen. In dieser Schieflage kann man nur begrenzt balancieren. 150.000 Euro drohen nun das GRIPS Theater in die Insolvenz zu kippen.

Der Berliner Kulturverwaltung ist das seit Oktober 2011 bekannt. Ergebnislos.

Volker Ludwig hat den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, seines Zeichens auch Kultursenator, persönlich um Hilfe gebeten. In seinem Brief schreibt Ludwig:

„Dieser Brief ist mein allerletzter Versuch, einen auch für die Berliner Kultur desaströsen Eklat abzuwenden. Das Grips Theater ist in den letzten acht Jahren trotz gleichbleibender Höchstleistungen dermaßen ausgeblutet, dass eine Insolvenz unvermeidlich ist, wenn nicht binnen vier Wochen endlich etwas Greifbares geschieht. Zwar bin ich schon ganz schief vom vielen Schulterklopfen, ertrinke fast in einem Meer von Verehrung, Liebe und Verständnis, auch vonseiten der Kulturverwaltung, doch was hilft mir das, wenn sie nicht handelt?“

Gute Frage… eine Antwort von Klaus Wowereit steht bis dato aus.

Die Lage kommentiert hat allerdings Torsten Wöhlert, Sprecher der Senatskultur. Er fand diese Worte hilfreich:

„Wenn das Grips-Theater wirklich insolvenzgefährdet wäre, dann müssten wir sofort alle Zuwendungen stoppen“ Recht hat er, denn schließlich ist es per Landeshaushaltsverordnung verboten Steuergelder an insolvenzgefährdete Unternehmen zu vergeben.

Dabei geht es um nichts weiter als eine Anpassung der seit Jahren eingefrorenen Subventionen um 150.000 Euro. Und man wird ja wohl nicht beginnen wollen zu fragen wieviele Theater in Deutschland durch Kürzung oder Einfrieren von Subventionen in den Status der Insolvenzgefährdung mannövrierbar wären…

Letzten Endes läuft es auf eine einfache Frage hinaus. Auf diese Frage läuft es immer hinaus. Die Frage wieviel uns der Mehrwert eines Theaters in Zahlen wert ist.

Was bedeutet die Erfahrung und Erinnerung von Generationen von Kindern? Was ist es einer Gesellschaft wert ein Theater zu erhalten, das seit 40 Jahren kontroverse Inhalte, jugendliche Belange und kindgerechtes Amüsement in die Köpfe von Heranwachsenden transportiert? In die Köpfe ihrer Eltern und Lehrer? Die ersten Zuschauer sind heute die Eltern der jetzigen Zuschauer. In welches Theater werden die jetzigen Zuschauer ihre Kinder mitnehmen können?

Derzeit läuft die Petition „Berlin braucht GRIPS“… warten wir ab, ob Berlin genug GRIPS hat um es zu behalten.

(Zu diesem Beitrag hat mich der Blogbericht meiner geschätzten Kollegin Esther Barth inspiriert. Sie ist leidenschaftlicher GRIPS Theater Fan. Ihr persönliches Plädoyer für den Erhalt dieses Theaters lohnt eine Lektüre…)

 

Der Luftraum über Washington gehört zu den am besten überwachten der Welt. Heute flog ein Flugzeug dort ein und drehte ungewöhnlich niedrig mehrere Schleifen.

Wenn ein Flugzeug das Pentagon anfliegt, dann werden, nicht nur in Amerika, dunkle Erinnerungen wach. Heute überflog dasselbe Flugzeug diesen neuralgischen Punkt – und die Menschen verließen das Gebäude um es zu sehen, um es zu feiern und ihm zuzujubeln.

Überall auf den Straßen der amerikanischen Hauptstadt schauten ihre Bewohner heute suchend in den Himmel. Sie versammelten sich, sie winkten, sie riefen, sie lachten, sie filmten und fotografierten.

Das Flugzeug, eine modifizierte Boing 747, umkreiste das Capitol und das Washington Monument und erlaubte sich einen flyover über das Weiße Haus. Es flog mehrfach den Dulles International Airport an – ohne dort zu landen und setzte stattdessen zu weiteren Schleifen über der Hauptstadt an. Das Flugzeug ist der Shuttle Aircraft Carrier der NASA und transportiert auf seinem Rücken piggy-back das meistgeflogene Raumschiff der Welt – das Space Shuttle Discovery.

Das Mid-Atlantic AAA hatte eigens eine Warnung an alle Fahrer ausgegeben:
„Don’t let anyone or anything — even a space shuttle overhead — distract you’’ and „For safe shuttle-spotting, pull off the road and park your car.’’
(„Lassen Sie sich durch nichts und niemanden – selbst von einem Space Shuttle über Ihren Köpfen – ablenken.“ und „Zur sicheren Shuttle-Beobachtung fahren Sie bitte von der Straße ab und parken Sie Ihr Auto.“)

Mitgenommen sieht der Orbiter aus gegen das strahlende weiß seines Trägers. Es sind die Spuren von 39 Starts und Wiedereintritten in unsere Atmosphäre, es sind die Narben die Plasma und 1600 Grad Hitze hinterlassen haben.

Die Discovery ist, seit dem Verlust der Columbia, das dienstälteste Shuttle. 26 Jahre ist sie geflogen. Alle ihre Missionen zusammengezählt hat sie ein volles Jahr im Weltraum zugebracht und dabei unseren Planeten 5830 mal umrundet. Über 148 Millionen Meilen hat sie dabei zurückgelegt, das ist mehr, als die durchschnittliche Entfernung zwischen Erde und Mars.

Es ist ihr letzter Flug, ihre letzte Reise in einen Ruhestand, von dem nicht wenige denken, dass er zu früh kommt. So ist denn auch „bittersweet“ die wohl meist verwendete Beschreibung des Tages in der CNN Berichterstattung. Amerika feiert ein letztes Mal das Flagschiff der bisher einzigen Raumschiffe der Menschheit. Und ja, das ist bittersüß, denn diese Feierlichkeiten enden im Smithsonian National Air and Space Museum – nicht unbedingt der Ort für den Raumschiffe gebaut werden. Besonders dann nicht, wenn diese Raumschiffe noch keineswegs das Ende ihrer vorgesehenen Lebenszeit erreicht haben und es Budgetentscheidungen sind, die sie in Ausstellunsstücke verwandeln.

Zu bewunderten Ausstellunsstücken, sicher. Aber sie hinterlassen außerhalb des Museums eine Lücke in der bemannten Raumfahrt, von der in den Sternen steht wie und wann es gelingen wird sie zu schließen.

Den Menschen in Washington mögen diese Gedanken heute zweitrangig gewesen sein. Sie haben sich begeistern lassen von einem Anblick wie man ihn vielleicht nur ein einziges Mal in seinem Leben zu Gesicht bekommt. Und warum auch nicht. Denn zu den unzählbaren Leistungen dieser Raumschiffe gehörte schon immer Staunen und Begeisterung zu wecken.

Space Shuttle Discovery – Final Fly-by

1975 gründete Georg Tabori das „Bremer Theaterlabor“. Ein zehnköpfiges Ensemble versammelte sich unter seiner Leitung im traditionsreichen Bremer Raumtheater „Concordia“ und begann Stücke gemeinsam auf neue Weise zu entwickeln, experimentell zu erspielen und zu zeigen. Für seine erste Inszenierung „Talkshow“ legte er das gesamte Theater mit Matrazen aus… auf denen Schauspieler und Publikum zusammen Platz nahmen.

Das „theaterlabor bremen“ versteht sich in der Nachfolge dieser Ideenströmung. Von 2007-2011 selbst im „Concordia“ zuhause wechselte es im Oktober 2011 in die Bremer „Stauerei“. Diese neue Spielstätte zu etablieren, zum Theaterort zu machen, in ihrer Besonderheit zu nutzen und zu entdecken war die Aufgabe des zehnten Ensembles… ein halbes Jahr, zwei Inszenierungen und drei Projekte lang.

Ich bin ein Stadttheaterziehkind. Zwei Jahre Stückvertrag am Schauspielhaus Bochum während der Schauspielschule, acht Jahre Anhaltisches Theater Dessau, zwei Jahre Mainfranken Theater Würzburg, fünf Jahre Theater Regensburg – am Funktionsprinzip städtischer Theater freut mich vieles und schockt mich wenig.

Aber was bedeutet Ensembletheater???

Ich wußte, dass ich mich auf ein Experiment einlassen würde, auf eine neue, und vielleicht auch fremde, Weise zu arbeiten. Letzten Endes gab genau das den Ausschlag es zu wollen und zu tun. Wenn man sich so kontinuierlich und lange in Festengagements herumgetrieben hat wie ich, dann muss man ein bißchen aufpassen sich weiter zu hinterfragen… das ständige lernen nicht zu vergessen statt zu glauben Theater begriffen zu haben. Ich habe Schauspieler erlebt, die die Möglichkeit zum Körpertraining abgewunken haben mit der Bemerkung „Ich bin doch nicht mehr auf der Schauspielschule.“. Das waren jene, die angefangen hatten ihren Stiefel ‚runterzuspielen und bei dieser Methode irgendwie nicht mehr gestört werden wollten. Und ich habe mit viel viel älteren Kollegen gespielt, die es irgendwie geschafft hatten neugierig zu bleiben, offen und begeisterungsfähig wie junge Hunde… trotz des Reichtums großer Bühnenerfahrung. Diese Kollegen habe ich immer bewundert und mir vorgenommen sie als Vorlage für meine eigene Entwicklung zu sehen.

Nun hatte ich die Möglichkeit diese Absicht intensiv einzulösen.

 

Und ja, ich habe mich nicht selten an meine Schauspielschulzeit erinnert gefühlt. Plötzlich habe ich wieder Körpertraining, nicht wenig Körpertraining. Die fünf Tibeter schauen wieder vorbei, Stockkampf, Spannungsübungen, Yoga, Sprechtraining, Stimmübungen, Körperabklopfen… immer mit dem ganzen Ensemble.

Auch die Probenarbeit ist neu. Wir reden viel, wir lesen viel, Stück und Sekundärliteratur, wir sehen uns Filme an, wir lesen das Stück in immer anderen Besetzungen, verteilen manche Rollen auf mehrere Darsteller, entwickeln Chorpassagen, Musikeinlagen und Szenen mit unserem Regisseur… aber auch immer mit dem ganzen Ensemble. Jede Probe meint alle.

Wir helfen die Vorstellung auf und ab zu bauen, wir singen uns gemeinsam ein, wir bleiben nach der Vorstellung gemeinsam zur Kritik der Abendspielleitung, wir sitzen nach den Proben und Vorstellungen im Foyer zusammen, manchmal mit unserem Publikum, wir feiern Partys und veranstalten brunches, wir entwickeln enge Bindungen und Antipathien und müssen doch immer eine gemeinsame Sprache finden, tun es auch, wir wachsen und verändern uns, wir brechen auf und ein, aber wir brechen nicht zusammen… wir haben gelernt uns aufzufangen wenn es sein muss. Wir teilen dichte Momente aller Art, Probleme, Herausforderungen, Triumphe, Höhenflüge.

Es ist ein Spaß, es ist nicht immer ein Spaß, es gibt vieles, es fordert vieles, es ist ungewohnt, es ist vertraut, wir bewegen einiges und einiges bewegt uns.

Was ist Ensembletheater?

Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich am Tag unserer letzten Vorstellung ungewohnt sentimental fühle, nicht selten einen Kloß im Hals hinunterschlucke. Das kenne ich nicht von mir. Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich ein Ensemble verlasse… ich habe es immer lächelnd getan, immer liebevoll, immer im guten. Ensembles mit denen ich viel länger zusammengearbeitet habe. Trotzdem ist dieses Mal etwas anders. Wir nehmen alle Abschied. Wir lösen uns auf, versprengen uns wieder in ganz Deutschland, machen Platz für das nächste Ensemble, das die 11.Spielzeit gestalten wird. So wie fast alles teilen wir auch diesen Abschied gemeinsam. Das hat eine eigenartige Dynamik.

Wir feiern die letzte Vorstellung, wir feiern uns, wir feiern unsere gemeinsame Zeit, wir verabschieden uns. Am nächsten Tag treffen sich einige noch einmal zu einem Brunch in der Stauerei und räumen die Abschiedsparty auf.

Ich gehe ein letztes Mal zur Bühne und gönne mir einen maximal melancholischen Moment – ich lege beide Hände auf die Bühne und sage „Danke!“. Das ist ein Ritual, so verabschiede ich mich von meinen Bühnen. Es mag kitschig sein, aber es kennzeichnet das Besondere, das eine Bühne mir bedeutet.

Das Theaterlabor war ein Experiment. Ich bin froh es eingegangen zu sein. Ich habe vieles wiederentdeckt, manches neu gefunden, ich habe viel gelernt darüber was ich nicht will und was ich unbedingt will. Ich muss den Menschen des Ensembles danken, denn sie alle haben mir etwas beigebracht das ich mitnehme. Ein Experiment ist wohl dann gelungen, wenn es einen voranbringt durch zwei Dinge: Antworten auf alte Fragen und die Entstehung neuer Fragen.

Das Experiment Theaterlabor ist gelungen.