Als ich gestern mein Fahrrad holen wollte um zur Probe zu fahren kauerte ein schwarzer Vogel im Innenhof. Er blieb sitzen, obwohl ich näher kam. Kein gutes Zeichen. Aber ich hatte keine Zeit ihn mir genauer zu besehen und ließ ihn schweren Herzens sitzen. Als ich Mittags wieder heimkam hatte er sich in eine Ecke geflüchtet und hüpfte dort ungelenk umher. Anwohner hatten ihm bereits einen tiefen Teller Wasser hingestellt und Nahrung angeboten. Er hatte beides nicht angenommen und saß mit weit aufgesperrtem Schnabel. Seit Dienstag ist es brüllend heiß und ich hatte mal in irgendeiner Dokumentation gesehen, dass Vögel, ähnlich wie Hunde, auf diese Weise versuchen Hitze abzubauen. Den tiefen Teller nutzte er schließlich wenigstens als kühlendes Vogelbad. Aber es war ziemlich offensichtlich, dass sein rechtes Bein verletzt war.

Ungehende Internetrecherche – die „Voliere St.Gallen“ gefunden …ich schickte eine SMS und eine Mail. Am Nachmittag war der Vogel verschwunden. Ich suchte den ganzen Innenhof ab und die Gasse. Ich schaute unter alle Autos, wirklich, ein Sicherheitsdienst auf der Suche nach Sprengstoff hätte nicht gründlicher sein können. Schließlich rief ich die Voliere an, um mich zu erkundigen, ob sie den Kleinen abgeholt hätten. Nein, hatten sie nicht, aber man sagte mir, es sei nicht unwahrscheinlich, dass Anwohner die Polizei verständigt hätten. Die würde den Vogel dann bei ihnen abliefern.

Heute Nachmittag nun ging ich zum rauchen in den Innenhof – und fand schon wieder einen schwarzen Vogel mitten im Innenhof kauern.

Ich fühlte mich ein wenig verschaukelt. Immerhin hatte ich gestern wie James Bond nach dem Federvieh gesucht …und nun war es plötzlich wieder da. Ich beschloß Nägel mit Köpfen zu machen, fischte einen Karton aus dem Altpapier und rief wieder die Voliere an – in der Hoffnung, dass man dort nicht allmählich glauben würde ich sähe in bester Hitchcockmanier mal schwarze Vögel, dann wieder keine, dann doch welche…

Leichtes Erstaunen am anderen Ende der Leitung… „Aber aus dem Innenhof haben wir doch gestern schon einen Vogel bekommen.“. Aha. War der verletzte Wicht also doch zur Voliere gebracht worden.

Ich antworte, ein wenig verlegen: „Aber hier sitzt schon wieder einer!“.

Auf der Internetseite der „Voliere St.Gallen“ hatte ich gelesen, dass man Jungvögel eigentlich dort belassen soll wo sie sind, wenn sich die Altvögel in der Nähe befinden. Sofern der Ort als sicherer Ort angenommen werden kann. Man darf sie anfassen, das macht nichts, ihre Eltern nehmen sie trotzdem an und füttern sie weiter.

Diese Eltern, in der Tat in der Nähe, hatten ihr Nest zweifellos in einem gigantisch schönen Baum gebaut. Vom Alter her sicher dreistellig, mit breiter Krone und ebenso hoch wie die Wohnhäuser umher. Aber absturzgefährdet. Meine Vermieterin berichtete mir von einem toten Jungvogel, der vor ein paar Tagen unter diesem Baum gelegen habe. Für vorwitzige Vogelkinder, die erst noch Flugkünstler werden wollen, ist der definitiv ungeeignet. Und der Innnehof hat Geschäftseingänge, stressfördernden Publikumsverkehr und neun Parkplätze, die rege von Anwohnern und Anlieferern genutzt werden. Ein ganz blöder Platz für flugunfähige Vogelteenager, die keinesfalls wieder hinauf in ihre Kinderstube gelangen können. Also verpacke ich das Krähenjunge in eine Einraumkartonwohnung und schleppe es persönlich zur Voliere.

Die liegt direkt im Stadtpark und ist ein von Vogelbegeisterten liebevoll und fachkundig eingerichtetes Refugium für in Not geratene Federträger. Das Areal ist nicht abgeschlossen, Spaziergänger können direkt von den Stadtparkwegen an den Gehegen und Volieren vorbeischlendern und die Pfleglinge betrachten. Kurz nach mir trifft ein Vater mit seinem Sohn ein, auch sie haben einen Karton dabei. Ein Mauersegler. Noch ganz kleine, ein bißchen gerupfte Zöglinge kuscheln in einer Schale mit Küchenpapier.

Mein Findelkind ist in gutem Zustand und wird zu seinem lädierten Geschwisterchen vom Vortag gesteckt. Ob die beiden sich erkennen? Denken die dann vielleicht so etwas wie „Ach? Du jetzt auch hier?“. Krähen sind kluge Vögel, wer weiß das schon.

Ein ganz tolles Projekt, diese Voliere. Auf ihrer Internetseite steht geschrieben:

„Es ist uns wichtig, Verständnis und Verantwortungsbewusstsein gegenüber Tieren zu fördern und ganz allgemein die Bevölkerung für das Anliegen zu sensibilisieren. Die Voliere verstehen wir als attraktive Begegnungsstätte zwischen Mensch und Tier.“

Mitten im Herzen der Innenstadt platziert und so wie die Voliere angelegt ist sind das keine unrealistischen Zielsetzungen.

Wenn man verletzte oder junge Wildtiere findet, dann ist man oft in einer Zwickmühle. Einerseits möchte man helfen, andererseits hat man möglicherweise überhaupt keine Ahnung von dem betreffenden Tier und oft keine Möglichkeit es zu behandeln oder aufzuziehen.

Ich weiß, wovon ich rede. Vor zwei Jahren entdeckte ich in der überlaufenen Regensburger Innenstadt ein kaum 10 Tage altes Taubenküken an eine Hauswand gepreßt. Ich fand keine Möglichkeit es fachkundig unterzubringen und musste es gezwungenermaßen mit einer Handaufzucht versuchen. Und obwohl ich hilfreiche Internetseiten fand, von Pontius zu Pilatus radelte für Aufzuchtbrei und Einwegspritzen, ihm sogar eine Voliere baute – es ist mir nicht gelungen. Guter Wille ersetzt nunmal nicht langjähriges Wissen und Erfahrung.

Deswegen erleichtert es ungemein, wenn man ambitionierte Fachleute findet, die kundige Hilfe leisten. Und für die möchte ich mich nochmal ganz herzlich bedanken.

 

Was sind Grenzen? Wann überquert man sie?
„Am ersten Tag deutete jeder auf sein Land. Am dritten oder vierten Tag zeigte jeder auf seinen Kontinent. Ab dem fünften Tag achteten wir auch nicht mehr auf die Kontinente. Wir sahen nur noch die Erde als den einen, ganzen Planeten.“. Sultan Ben Salman Al-Saud hat das gesagt. Er hat unseren Planeten verlassen und keine Grenzen gefunden als er ihn aus dem All betrachtet hat.
In das Fahrradabteil, in dem meine kleine rostige Walhalla parkt und mein 30Kilo-Rollkoffer, wuchtet eine Frau ein weiteres Fahrrad und einen weiteren Rollkoffer – neben dem meiner wie ein Baby aussieht.
Sie bedankt sich auf italienisch bei dem Mann, der ihr einladen geholfen hat. Wir kommen ins erzählen. Sie ist Requisiteurin und Schneiderin, in Rio geboren und wird in Bregenz die Festspiele betreuen. Sie spricht fünf Sprachen. Wir entscheiden uns für Deutsch.
Mit uns reist eine Gruppe etwa 15jähriger Amerikanerinnen, wir wechseln die Sprache und machen auf Englisch weiter.
Zwei Familien steigen zu mit riesigen Kinderwägen und einem kleinen gestressten Hund namens „Lola“. Sprachenwechsel zu Deutsch. Der kleine Hund legt sich an meine Füße und versteht die universelle Sprache von streicheln.

Was sind Grenzen?

Ich merke nicht, dass ich sie überquere. Mein Handy merkt es. Es heißt mich in der Schweiz willkommen und schickt mir die Auslandstarife meines Anbieters. Mein anderes Handy tut etwas ähnliches, findet aber, ich bin in Österreich. Am Bodensee weiß die Technik auch nicht mehr so genau in welchem Land der Besitzer ist.

Was sind Grenzen?

Jetzt bin ich hier…

Aber wo bin ich?

In einer kleinen Stadt mit Hang zur Wahrheit…
… und Schokolade?
Hinter den Bergen bei dem Zwerg und den fünf Taschenmessern?

Bei..
…nee – aber schöne Grüße an eine zauberhafte junge Kollegin…
Doch nicht so kleine Stadt?
Eine frivole Stadt?
Eine schräge Stadt?
Vielleicht ist diese Stadt nichts davon – oder alles. Zwischen ihr und dem Land, in dem ich bisher gelebt habe, liegt eine Grenze.
Was ist das eigentlich, eine Grenze? Und wie überquert man sie?

Vielleicht… einfach so.

 

„Armutsfalle Schauspielerei“ ist der Titel eines SPON-Artikels… der versucht ein berechtigtes Thema aufzugreifen (löblich) und damit grandios scheitert (bedauerlich). Ich gestehe mittlerweile allergisch zu reagieren, wenn ein um die Künstler bemühter Autor mal wieder den Anschein erweckt als seien Schauspieler eine Erfindung für Film und Fernsehen – und sich dann auch ausschließlich diesem Gebiet widmet.
Der „Deutsche Bühnenverein“ nennt 140 öffentlich getragene Theater, 280 Privattheater, rund 150 Theater- und Spielstätten ohne festes Ensemble und um die 100 Tournee- und Gastspielbühnen ohne festes Haus. Dazu kommt eine unübersichtliche Anzahl freier Theatergruppen. Wo also werden wohl die meisten Schauspieler tun, was ihr Beruf ist? In der weitläufigen deutschen Fernsehlandschaft, die seit Jahren zunehmend durch Reality Soaps dezimiert wird in denen jeder vor die Kamera darf um hanebüchen konstruierte Alltagsproblematiken auf den Bildschirm zu verfrachten? Oder der ausgeprägt entwickelten Traumfabrik des deutschen Films?

Wer sich den Untiefen der Berufswahl „Schauspieler/in“ nähern möchte und dabei die Theater unter den Tisch fallen läßt als wären sie Randerscheinung statt Eckpfeiler, der verfehlt das Klassenziel um Orcherstergrabenlängen.
Fraglos – Schauspieler sind unterbezahlte, übermotivierte Idealisten. Das bedauert der Artikel zu recht. Ursachenforschung betreibt er nicht. Er betont die Härte des Marktes. Die Frage nach dem „Warum“ bleibt ungestellt.

Wann wird denn ein Markt zum Härtefall?

In Zeiten knapper Kassen eine scheinbar leicht zu beantwortende Frage. Aber einfache Antworten werden den Mißständen nur teilweise gerecht. Es beginnt viel früher: „Schauspieler/in“ ist eine völlig ungeschützte Berufsbezeichnung. Jeder, der eines Morgens das Bedürfnis verspürt sich so zu nennen kann das tun.
Bei Wikipedia findet man folgende Definition: „Schauspieler sind Personen, die regelmäßig (beruflich oder als Hobby) in Theater, Film oder Fernsehen unter Anweisungen (Drehbuch, Regieanweisung) schauspielerisch tätig sind.“. Da muss man sich nicht wundern, warum die Mutter eines Kindes, das unsere Märchenvorstellung besucht hatte, mich fragte: „Und Sie machen das so richtig… so den ganzen Tag?“.

Und da beginnt das Massaker an der Wertschätzung gegenüber diesem Berufsstand, das ihn auf die gleiche Stufe stellt wie Karten deuten und Akasha-Chronik lesen. Wer meint dafür Talent zu haben darf diesen Beruf sein eigen nennen. In völliger Verkennung der Tatsache, dass dieser Beruf ein Handwerk ist, eine Ausbildung demzufolge nicht schadet.
Prof. Otto Wilhelm, Leiter der Westfälischen Schauspielschule, fand dafür einmal folgendes Bild: Wenn jemand Pianist werden möchte, dann braucht er eine musikalische Begabung. Aber dann wird er konfrontiert mit einem Instrument. Und das muss er lernen.“
Auch Schauspieler haben ein Instrument… ein fantastisches, aber hochkomplexes Instrument, das keineswegs einfacher wird dadurch, dass wir es selbst sind. Es benutzbar zu machen, ihm Wiederholbarkeit beizubringen, seine Grenzen auszuloten, seine Vielseitigkeit auszuformen, ihm stabile Technik zu geben und gleichzeitig Fantasie, emotionale Bandbreite und Selbstvertrauen zu inspirieren ist eine Ausbildung, die Verantwortung, Vielfalt, Vertrauen und vier Jahre braucht.

Da aber die Berufsbezeichnung schon ungeschützt ist, ist es die Ausbildung erst recht. Während Deutschland im Grunde regelrecht versessen gesetztlich regelt wer ausbilden darf, dafür Meisterbriefe und ähnliche Qualifikationsnachweise einfordert, darf eigentlich jeder, der es sich zutraut eine Schauspielschule eröffnen.
Natürlich produziert ein Ausbildungsmarkt, bei dem etwa 5000 Bewerber/innen rund 300 Ausbildungsplätzen in öffentlicher Trägerschaft gegenüberstehen, Enttäuschung und Frustration. Er macht aber Sinn, wenn man bedenkt, dass der ihm folgende Arbeitsmarkt grob geschätzt 25.000 Menschen umfaßt. Diese Hürde kann man sich erleichtern, wenn man gewillt ist bis zu 7000,-Euro jährlich für eine private Schauspielschule zu investieren.
Manche davon sind staatlich anerkannt und erfüllen damit Bedingungen des jeweiligen Bundeslandes – andere haben sich auch davon vollkommen frei gemacht und bilden einfach aus.
Man kann sie nicht alle über einen Kamm scheren. Das weiß ich und das will ich auch ausdrücklich nicht tun. Aber ich kenne Beispiele für die ich das Wort „Schauspielschule“ nicht benutzen möchte. Sie „produzieren“ schlecht ausgebildete Absolventen für einen durch die staatlichen Ausbildungsstätten fast schon gesättigten Markt – für den Gegenwert eines respektablen Neuwagens.
Und weil die Privatausbildung von beachtlich fundiert bis unterirdisch grotesk relativ ungeregelt alles bietet formiert sie ein teilweise berechtigtes Vorurteil unter dem alle privaten Absolventen zu leiden haben, selbst dann wenn ihre Schule eine gute Ausbildung leistet.

Was aber passiert mit einem Markt, klein und überschaubar, auf den das Vielfache dessen drängt was er braucht, der eigentlich nur eine Handvoll zielgerichtet ausgebildeter Spezialisten verträgt?
Genauso kreiert man einen Markt in dem Preisdumping, Abhängigkeit und Willkür von hoffenden, träumenden und trotzdem nicht selten miserabel vorbereiteten Idealisten als notwendiges Übel angesehen und befördert wird. Der Markt frißt die Kinder, die er ernähren soll.
Was tun?
Gebt der Berufsbezeichnung „Schauspieler/in“ einen gesetzlich geregelten Titelschutz („Die Rechte zu Erwerb und Gebrauch (dem Führen) von Berufsbezeichnungen und Titeln, die eine entsprechende Ausbildung an einer anerkannten Ausbildungseinrichtung voraussetzen können.“ – Wikipedia).
Schafft sichere und verbindliche Ausbildungsstandarts, die sich an den realen Gegebenheiten des Berufsbildes orientieren. Es schützt und schätzt alle, die sich dem Wunsch nach Bühne und Kamera verschreiben. Denn niemandem ist geholfen, wenn Lebensjahre in vage Berufsausbildung und enttäuschende Arbeitsmarkterfahrungen investiert werden.

Über all das verliert der Artikel kein Wort. Dabei wäre noch mehr zu sagen. Über die Ausgestaltung des NV-Bühne, Gewerkschaft, Kulturrodung… die Fülle weiterführender Aspekte ist groß. Zu groß, als dass ein „Spiegel“-Artikel sich mit selektiver, schlecht ausgeleuchteter Klageführung begnügen sollte.

Kennen Sie das Raumschiff „Enterprise“?

©NASA/Bill Ingalls

Vielleicht nicht, denn im Gegensatz zu seinem berühmten Schwesternschiff, das auf einen Star Trek gegangen ist, hat es eher öffentlichkeitsferne Basisforschung geleistet. Es war niemals im Weltraum. Es wurde gebaut, ohne Triebwerke und Hitzeschild, um sich huckepack auf dem Rücken einer modifizierten Boing 747 in die Höhe tragen zu lassen und in Anflug- und Landetests die Flugeigenschaften des Space Shuttles zu erproben und zu verbessern. Sie war das Versuchsobjekt für Schwingungstests… verbunden mit dem externen Tank und den beiden Feststoffraketen erprobte sie die auftretenden Belastungen und ermöglichte auch dort Nachbesserungen von denen die „Columbia“ profitierte, die als erstes Space Shuttle tatsächlich den niedrigen Erdorbit beflog.

Und ursprünglich sollte sie gar nicht „Enterprise“ heißen. Ihr eigentlich angedachter Name war „Constitution“. Eigentlich. Denn dann wurden die Trekies aktiv. Sie beschickten Präsident Gerald Ford mit tausenden und abertausenden Briefen – des Inhalts, dass das erste Raumschiff der Menschheit keinen anderen Namen tragen dürfe als eben „Enterprise“. Übereifrig und enthusiastisch übersah die Fangemeinde die Tatsache, dass es sich um einen Testorbiter handelte, der gar nicht dafür bestimmt war to go where no man has gone before. Aber die Lawine rollte und dem Wunsch der „Star Trek“ Fangemeinde wurde entsprochen.

Alle Shuttles sind nach ruhmreichen Schiffen zur See benannt. Und tatsächlich gibt es nicht weniger als zehn Schiffe des Namens „Enterprise“… aber nach denen wurde der Orbiter nicht benannt. Die „Enterprise“ ist somit das einzige Shuttle, welches nach einem Raumschiff benannt wurde, das nach unserer Zeitrechnung erst noch in Bau gehen muss. Als sie 1976 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, waren Captain James T.Kirk, seine Crew und „Star Trek“ Erfinder Gene Roddenberry feierlich geladen. Ihr Rollout wurde untermalt von der Titelmusik ihrer namensgebenden Fernsehserie.

Das Smithsonian erwarb den Orbiter 1985 und präsentierte ihn seit 2003 im Steven F. Udvar-Hazy Center als bedeutendes Ausstellungsstück. Ihren Platz dort hat nun das dienstälteste und weitgereisteste Space Shuttle Discovery eingenommen. Die Enterprise übersiedelt deswegen ins Intrepid Sea-Air-Space Museum, wo es zukünftigt die New Yorker das Staunen lehren soll. Keine leichte Aufgabe, gewiss nicht. Aber sie hat gute Chancen. Bereits ihre Ankunft in der Stadt, die niemals schläft, versetzte die Entertainment gewöhnten New Yorker in Begeisterung.

Kein Wunder…

©NASA/Robert Markowitz

1983 wurde der Testorbiter auf eine Welttournee geschickt… Frankreich, Italien, England, Kanada – und sie landete auf dem Köln/Bonner Flughafen. Eine frühere Freundin von mir hat Bilder davon im Fotoalbum. Ich beneide sie unendlich um dieses Erlebnis. Denn das habe ich verpaßt. In New York war die Ankunft der „Enterprise“ schwer zu übersehen. Und die Menschen in den 9/11-Häuserschluchten ließen sich faszinieren von dem über ihren Köpfen fliegenden ersten Schritt zu einem Raumschiff, mit dem wir unseren Star Trek fortgesetzt haben.

Enterprise(OV-101) – Shuttle Approach and Landing Test…

Ihr russisches Gegenstück, der Prototyp des Spaceshuttles BURAN, ist nach langer Irrfahrt übrigens ebenfalls in einem Museum untergekommen … schon länger. Er ist das verzärtelte Prunkstück des Technik Museum in Speyer, Rheinland-Pfalz, Deutschland.

Wie ich ja bereits beschrieben habe sind meine Textbücher eine Ansammlung von detailiert plastischen Subtexten und Gedanken. Gegen Ende der Probenzeit findet sich darin allerdings noch eine andere Ansammlung – Comics.

Ich weiß gar nicht mehr wie das angefangen hat, aber irgendwann begann ich während Wartezeiten und Nachprobenkritik meine Hände zu beschäftigen und kleine Szenen in meine Textbücher zu zeichnen. So ähnlich, wie manche bei Telefonaten ihre Schreibtischunterlagen mit abstrakten Zeichnungen versehen, Buchstaben ausmalen, grafische Muster kritzeln. Meiner Konzentration schadet das überhaupt nicht – im Gegenteil. Und psychologische Studien geben mir da absolut recht. Überdies amüsiert es meine Kollegen.

Dabei sehen alle Beteiligten in den Comics natürlich so aus wie in dem jeweiligen Stück. Als „Nia“ in „Medeia – Mein und dein Herz“ trug ich beispielsweise eine schwarze Kurzhaarperrücke…

„Die Kinder sind müde und blaß.“ ist Originaltext… und hier ist der Grund dafür, der nicht im Stück steht…

Und im Laufe der Proben tat mir Jason auch irgendwie ein bißchen leid…

Irgendwann hatte ich meinen Job als Vertraute von Medeia und Babysitter der Jungs dann leid und sah mich nach neuen Aufgaben um…