Die Kunst der Kunst ist es einmal mehr aufzustehen als sie umgeworfen wird (sehr frei nach W.Churchill)

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Von meinem Lieblingsdramaturgen habe ich an einem Kantinenabend einmal den Satz aufgeschnappt: „Berlin hatte viele Theater, hat viele Theater und wird einmal viele Theater gehabt haben.“. Man kann diesen Satz hemmungslos auf die gesamte deutsche Theaterlandschaft übertragen. Gewiss… Euroland hat eine Krise, gewiss alle müssen sparen, sparen, sparen – aber die entscheidende Frage bleibt zweifellos: WO? Dabei auf die Kultur zu verfallen ist eine Kurzsichtigkeit für die den Regierenden bisher noch keine passende Brille verpaßt werden konnte. Aktuelle Beispiele zu finden braucht keine umfangreichen Recherchen. Sie sind so zahlreich, dass es großer Kunst bedarf der Schieflage selbiger auszuweichen. Eine neue Fallstudie eröffnet sich gerade in Dessau. Die kreisfreie Stadt, ungefähr mittig zwischen Berlin und Leipzig in Sachsen-Anhalt beheimatet hat eine große kulturelle Geschichte. Man findet in ihr das 1926 fertiggestellte Bauhaus mit dem Walter Gropius ein neues Wirkungsfeld für bahnbrechende Strömungen in den Bereichen Kunst, Design und Architektur schuf. Seit […]

Aafang

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Erinnert Ihr Euch noch… wenn man als Kind aus den großen Ferien wieder in die Schule kam? Das ganze Schulgebäude schwirrte wie ein Bienenstock… rufen, erzählen, begrüßen, alle aufgedreht, Satzfetzen wabern durch’s Gelände, großes „Hallo!“. Jedes Mal muss ich daran denken, wenn ein Theater seine Menschen zur Spielzeitbegrüßung im Zuschauerraum versammelt. Und die neue Spielzeit liegt vor einem wie eine noch nicht angebissene Pizza, ein Sahnekuchen, von dem man plötzlich Lust hat die Maraschino-Kirschen zu klauen… (Es gab Nachfragen… deswegen ein kleiner Zusatz: nee, im Titel ist kein Tippfehler… ich bin in der Schweiz…) 🙂

Höhentraining

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„Der hat sie doch nicht alle!“ Ich sage es laut und einigermaßen fassungslos… und schaue zu, wie ein Mann eine Treppe über mir eine ganz eigene Trainingsmethode praktiziert. Er stellt sich auf die unterste Stufe und macht dann Strecksprünge die Treppe hoch – jeweils eine Stufe überspringend. Ich trinke erstmal einen Schluck aus meiner Trainingsnuckelflasche, dann stapfe ich weiter, Stufe um Stufe hoch. Als ich auf seiner Höhe bin nehme ich einen Kopfhörerknopf aus meinem Ohr, nicke ihm zu und attestiere laut: „Beeindruckend!“. Er grinst und japst nicht schlecht und antwortet mit einem atemlosen „Jawoll!“. 536 Stufen und einige schräge Wege bringen mich, direkt gegenüber meiner Haustür beginnend, auf 700 Meter Höhe. Dort liegt der „Panoramaweg“ und ein Rundkurs um drei Badeweiher. Eben ist es da auch nur streckenweise. Meine neue Joggingstrecke hat Schrägen in alle Richtungen. Und es macht mich alle. Ich bin das nicht gewöhnt. Ich bin eine […]

Der Mann im Bodensee

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Man findet mich selten in Opernvorstellungen. Dabei mag ich Opern. Ich finde nicht wenige grandios, manche Arien schlichtweg zum heulen schön und oftmals finde ich die Bühnenbilder aufregend. Aber als Schauspielerin, die der Theatralik höchst abgeneigt ist, fällt es mir meistens schwer eine Oper als Vorstellung zu sehen. Das ist kein wirklicher Kritikpunkt. Mir ist durchaus klar, dass von einem Körper, dessen Stimme solch intensive und vielfältige Gefühlsgewalt als Klang in den Raum wuchtet, nicht verlangt werden kann zeitgleich einen mimisch und gestisch sparsam treffenden Ausdruck hervorzubringen. Da ich also in Opernvorstellungen ohnehin meistens die Augen schließe um allein die Akkustik auf mich wirken zu lassen lautet die innerliche Verabredung mit mir selbst: Oper ja, aber eher konzertant oder via Kopfhörer und CD. Demzufolge ist Bregenz kein Ort, von dem man erwarten würde, dass ich da unbedingt hin will. Aber Bregenz ist nicht nur Opernerlebnis. Jeder, der Bühnen liebt, der […]