NASA im Harz

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2011 flog das letzte Space Shuttle in den Weltraum. Seitdem beschränkt die NASA ihre Shuttleaktivitäten auf die Verbringung der verbliebenen drei Raumschiffe in ausgewählte Museen. Nicht, weil die Raumschiffe zu alt wären. Ihre Lebensdauer hätte einen vollumfänglichen Betrieb für weitere 3-5 Jahre hergegeben. Nein… die NASA möchte Geld sparen und den bemannten Raumflug fürderhin in die Hände kommerzieller Unternehmen überantworten und billigere Raketenstarts. Deswegen büßt sie die Kapazitäten eines Weltraummultitools ein, den bemannten Zugang ins All, sie opfert den Weiterbetrieb des astronomischen Trauminstrumentes Hubble und trennt sich von unzähligen hochausgebildeten Fachkräften und ihrem durch Erfahrung geschulten Wissen. Eine Rechenschieberentscheidung und ein fullminantes Beispiel dafür wie man sich aus Finanzkalkül selbst „grounded“. Theater kann das auch. Das Nordharzer Städtebundtheater mag auf den ersten Blick nicht viel mit der NASA gemein haben – aber weit gefehlt. Wenn man Politikern im Sparwahn die Kontrolle über staatliche Institutionen anvertraut, dann kommen sie international auf […]

JA SCHATZ II

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Ich bin gefragt worden, wie’s denn nun war… mit dem Liebesdrama in 44 Liedern. Aber das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Immer gern am Start eigene Theaterbesuche und insbesondere Kollegen einer dezidierten Portion Lob zu unterziehen wäre Objektivität bei eigenen Produktionen ja fast schon eine künstlerische Out-of-Body-Experience. Für Astralwanderungen unbegabt sei somit allen Schätzen ein bildlicher Eindruck als videotechnischer Appetithappen zur Eigenadaption zur Verfügung gestellt: JA SCHATZ >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>      

JA SCHATZ

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Mord und Auferstehung, Ehekrach und Drogenrausch, Liebe und Liebelei, Betrug und Vergebung, Leid und Jubel, Mozart und Brecht, Webber und Wartke, Naturbursche und Musikprofessor, Heiliger und Hure, a capella und Band… … ein musikalischer Cocktail über die Liebe… (Plakatbild: Tine Edel)   „JA SCHATZ“ – ein musikalisches Beziehungsdrama von Erke Duit… Premiere 21.09.2012, 19.30h, Großes Haus, Theater St.Gallen… let’s duit…

„Der Zorn verdirbt den Glauben, so wie Essig den Honig verdirbt.“ (Mohammed)

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„Casablanca“ kam in Deutschland 1952 in die Kinos. Der Film war satte 25 Minuten kürzer als das Original. In seiner Synchronisation mutierte Victor László zu einem Atomphysiker, der mysteriöse Deltastrahlen entdeckt hatte, es gab keine Nazis mehr im ganzen Film und Captain Renault wurde zu Monsieur Laporte von Interpol. Erst 1975 strahlte die ARD jene originalgetreue Fassung aus, die wir heute als Klassiker und Kunstwerk kennen. Heute diskutiert man in Deutschland wieder, ob ein Film gezeigt werden darf und dieses Mal ist Zensurschnitt und Umsynchronisation keine Option. Sein Autor, Regisseur und Produzent Nakoula Basseley Nakoula ist koptischer Christ, Drogenkoch, Finanzbetrüger, gescheiterter Tankstellenbetreiber und hasst den Islam auf jene blinde, abstruse und unbelehrbare Weise wie alle religiösen Fanatiker gleich welcher Religion irgendetwas hassen. Um seinem Weltbild Ausdruck zu geben investierte er geschätzte 50.000-60.000 Dollar und realisierte sein noch in der Haftanstalt entstandenes Drehbuch zu einem antiislamischen Machwerk in dem er den […]

space trash

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Ich bin bekennender Fan von zwei subventionierten Kulturgütern… Theater und Raumfahrt. Dabei findet die mediale Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex Theater stets auf einer höchst subjektiven Ebene statt. Von wenigen unumstößlichen Fakten abgesehen ist die Auffassung einer Inszenierung individuell, die Meinung dazu persönlich, die journalistische Aufarbeitung Ansicht eines Theaterkritikers. In der Raumfahrt ist das anders. Da gibt es ein Gerüst aus Fakten. Da die Berichterstattung über Raumfahrt nicht unbedingt zum Breitensport der Medien gehört geraten sie ins raten, wenn Meilensteine der Raumfahrtgeschichte einen Report unumgänglich machen – was sie nicht daran hindert trotzdem vehement zu berichten. Das führt dazu, das kontinuierliche Fans der Raumfahrt sich schon mal schockiert am Marmeladenbrötchen verschlucken, während sie die morgendlichen Nachrichtensendungen schauen oder die Frühstückszeitung öffnen… manchmal auch vor lachen. Inzwischen durchaus abgehärtet zucke ich nur noch kurz zusammen wenn es anläßlich der Apollo 11 Mission heißt die Astronauten hätten den Planeten erforscht. Leute, das Ding […]

Open Air under protest

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Die wenigsten Theater produzieren Kultur aus dem Status der Übersubventionierung heraus und können sich, gnadenlos überfinanziert, Etatkürzung gelassen gefallen lassen. Die Verringerung des geringen bringt eigentlich so gut wie jedes Theater in eine lebensbedrohliche Situation und stellt den Betrieb vor existentielle Fragen. Trotzdem hält sich Protest oftmals in Grenzen. Ein völlig unsinniger Widerspruch in einem Land, das gerade erst den „Wutbürger“ für sich entdeckt hat. Gewiß, es gibt schriftliche Solidaritätsbekundungen, Petitionen, Unterschriftensammlungen … alle in bester Absicht, aber ausgefahrene Schienen, die kaum mehr als das kollegiale kollektive Gefühl hinterlassen ja irgendetwas getan zu haben – jedoch seltenst zu entscheidenden Veränderungen des geplanten unerträglichen führen. Ich habe mich oft gefragt woran das liegt, dass Theaterleute so wenig wehrhaft sind wenn es um die Demontage des eigenen Arbeitsplatzes und weiteren kulturellen Kahlschlag geht. Sicher, einige stehen an vorderster Front, aktiv, kreativ, machen sich bemerkbar und agieren gegen die Gefahr. Aber sie richten […]