Fräulein Rottenmeier – für Sie ganz besonders Meier!

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Vermutlich sollte man eine Psychotherapie erwägen, wenn man sich bei der Verkörperung von „Heidi’s“ Fräulein Rottenmeier so wohl fühlt wie ich in den letzten Wochen… aber ich sehe guten Gewissens davon ab, denn ich habe plausible Gründe. Einige davon sind der Tatsache geschuldet, dass unser Regisseur Wolf-Dietrich Sprenger der Geschichte großes Vertrauen geschenkt hat und ihre Menschen und Gefühle ernst nimmt… in der Komik wie in der Traurigkeit. Er traut ihrer Qualität und erzählt sie pur, ohne sie in trendige Modernismen zu quetschen, schlimmstenfalls zu zerquetschen. Die Bühne ist zeitlos… und eine bildschöne und bildgewaltige Arbeit von Achim Römer, der zudem das Wunder vollbrachte, dass ich mich bebrillt, bemittelscheitelt und in einem höchst erotikfernen Rottenmeier-Outfit äußerst gut angezogen fühle. Der Abend begnügt sich mit der Hälfte des Romans und endet mit Heidis glücklicher Heimkehr zum Öhi und ihrer geliebten Alp. Ein guter Schachzug, der von der Notwendigkeit entbindet die Originalgeschichte […]