In Deutschland leben knapp über 81 Millionen Menschen. Letztes Jahr verballerten sie zu Silvester Feuerwerk im Wert von 113 Millionen Euro.
Und ja, nur zu Silverster.
In der Schweiz ist das anders. Dort leben rund 8 Millionen Einwohner und sie feuern halbjährlich… am 1.August, dem Nationalfeiertag der Schweiz, und zu Silverster. Den Jahreswechsel betreffend konnte ich keine verläßlichen Zahlen finden, aber dieses kleine Land schafft es schon im August geschätzte 1500 Tonnen Feuerwerkskörper im Gesamtwert von rund 25 Millionen CHF (über 20 Millionen Euro) in die Luft zu jagen. Die Schweizer lieben Feuerwerk und es ist nicht unrealistisch anzunehmen, dass sie es Silvester auf ähnliche Werte bringen.
Frisch in der Schweiz eingetroffen schlenderte ich am Nationalfeiertag durch die Innenstadt, begleitet von einer Requisiteurin, welche sich gut mit allen Facetten von „Bühnenkawumm“ auskennt und im Besitz eines gültigen Pyroscheines ist. Die Verkaufsstände für spätentschlossene Feuerwerkszündler wurden fachmännisch begutachtet und anschließend mit großen anerkennenden Augen wieder verlassen. Die Auswahl ist umfassend und wäre anteilig in Deutschland nicht zum freien Verkauf zugelassen.

Ich wünsche allen für 2013 Gesundheit, Neugier, Mut, Kraft, Ideen, Spaß und Lachen.

Ready to launch 2013… have a splendid year!!!

… Freitag bin ich nach Regensburg gefahren, Samstag zurück nach St.Gallen, Sonntag ist das „Heidi“-Ensemble zum Gastspiel nach Baden bei Zürich gefahren, heute spielen wir um 14h in St.Gallen, dann spurte ich zum Zug, ins Flugzeug, bin 21.40h in Düsseldorf, Bescherung anvisiert um 22.30h, Rückflug Dienstag, weil Mittwoch Doppelvorstellung…

…es weihnachtet sehr???

Ja, das tut es wohl… ich kriege es mit während ich Länderhopping betreibe … und kriege es auch irgendwie nicht mit. Seltsam fühlt es sich an, nicht unangenehm, aber fahrig, zerfahren… Züge, Busse, Flugzeug… ich sitze viel und irgendeine Landschaft zieht um mich herum an mir vorbei und manchmal staune ich selbst darüber wo ich bin und wo ich gerade eben noch war.

…es weihnachtet also sehr. Gut.
Dann wünsche ich meinen Kollegen, dass sie gut zu ihren Familien, Freunden, den Menschen ihrer Wahl kommen, egal wo diese nun auf sie warten und ein schönes gemeinsames Weihnachtsfest genießen.
Ich wünsche meinen wunderbaren, überall verstreuten Freunden zu Weihnachten viel von der Wärme und dem Lächeln mit dem sie mich, nicht nur zu Weihnachten, begleiten.
Und sicher nicht zuletzt den Lesern dieses Blogs ein wundervolles Weihnachtsfest, ruhig, lecker, voller Geschenke, die man auspacken kann und voll von denen, die nicht in Geschenkpapier daherkommen und deswegen die wirklich kostbaren sind.

Merry Christmas… und ein paar Sterne aus St.Gallen…

Mist!
Jetzt muss ich die fehlenden Weihnachtsgeschenke doch noch besorgen und meine Steuererklärung machen.
Perlenkettenartige Sternenkonstellation? Fehlanzeige!
PlanetX? Hat sich irgendwie vernavigiert.
Yellowstone Park? … bubbelt weiter vor sich hin!
Weltumspannende tektonische Megaaktivität? Null!
Sonnenerruptionen? Heiter bis wolkig
Gammablitz aus dem Sternbild Schützen? Nicht abgefeuert.
Göttlicher Zorn? Nicht mehr als üblich – und berechtigt.

Aber doch wenigstens die Aliens… nein, nein, nein… wieso auch? Wir müssen nicht gerettet werden – der Weltuntergang ist ausgeblieben… mal wieder.
Das heißt wir müssten schon gerettet werden… vor uns selbst. Und Menschheitsuntergang ist jeden Tag ein bißchen, dafür sind wir begabt. Da haben wir einiges zu bieten.
Wir haben ein Sinkhole in Louisiana, das seit Monaten vor sich hinwächst und nun die Wissenschaftler spekulieren lässt ob es das Potential hat mit der Gewalt von 100 Hiroshimabomben zu explodieren. Wäre ein guter Anfang.

Erinnert sich noch jemand an Fukushima? Vier randvolle Abklingbecken, eines davon im Obergeschoß eines sich neigenden Reaktorgebäudes, drei geschmolzene Kerne deren Aufenthaltsort von den Verantwortlichen als unbestimmbar angegeben wird, Pazifik gründlich radioaktiv belastet (mittlerweile bis an die Westküste von Amerika und Kanada), trotzdem wird weiter strahlendes Wasser dort hineingepumpt, das Ergebnis fragwürdiger Dekontaminationsbemühungen der Umgebung wird mittlerweile als Strahlenmüll in der Bucht von Tokio entsorgt, woraufhin sich dort die Cäsiumwerte versechsfacht haben – das Potential dieser überdimensionierten, absolut ungelösten Reaktorkatastrophe ist vollkommen unerschlossen und unter günstigen Bedingungen geeignet Landstriche zu entvölkern.

China ist ein absoluter Hoffnungsträger. Neulich war es anteilig nicht zu sehen – zumindest nicht aus dem All. Auch kleine Länder können eben viel zum Thema Menschheitsuntergang beitragen. Seit 2008 ist China offiziell weltweit Klimasünder Nr.1 und wird seinen Treibhausgasausstoß bis 2030 voraussichtlich verdoppeln können. Weiter so!

Eine Studie warnt, dass bereits ein globaler Temperaturanstieg von 1,5 Grad massive Folgen für Jahrhunderte hat. Dank thermischer Ausdehnung der Wassermassen wäre ein Meeresspiegelanstieg von 30 cm zu schaffen, abschmelzende Polkappen exklusive, die kommen noch dazu. Methan kann sich dann aus den Meeres-  und Permafrostböden lösen und seinen Beitrag zum Treibhauseffekt leisten, welcher unzweifelhaft die Wettersysteme unseres Planeten zu neuen unbekannten Extremen treiben wird. Aber jetzt kommt das Beste: gut möglich, dass wir 5 Grad Erderwärmung schaffen. Ich sagte ja, wir sind begabt für sowas.

Überalterte Atomkraftwerke, Kriege, Krisen, drastische Überbevölkerung… ach, man weiß gar nicht wo anfangen und aufhören ist fast unmöglich. Wer braucht PlanetX wenn die Menschheit in diesem Punkt so international, grenzenübergreifend und global zusammenarbeitet?

Um es mit einem meiner Lieblingsfilmzitate zu sagen: If the earth dies you die. If you die the earth survives.

Weltuntergang? Nein.

Menschheitsuntergang? Work in progress.

 

 

 

 

Der Mars – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2012. Dies sind die Abenteuer des Marsrovers Curiosity der ganz allein und auf unbestimmte Zeit verlängert unterwegs ist um eine neue Welt zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Millionen Kilometer von der Erde entfernt dringt Curiosity in Gegenden vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.
Es hätte so schön sein können. Beflügelt der Mars doch die Fantasie der Menschen seit sie ihre Teleskope auf ihn richten. Straßen, Kanäle und Wasserläufe, untrügliche Zeichen einer Zivilisation wurden auf ihm erspäht, Hollywood entdeckte ihn als potenten Lieferanten eroberungswütiger Aliens, die Wissenschaft bejubelte 1996 Relikte von Marsbakterien in einem vom roten Planeten stammenden Meteoriten… alles umsonst. Der Mars hat keine Zivilisation, wir müssen ohne grüne Männchen auskommen und inzwischen musste man auch bei den Marsbakterien kräftig zurückrudern.
Die umtreibende Frage bleibt: gab es je Leben auf dem Mars? Gibt es gar Leben auf dem Mars?
Saisonal ansteigende Methanwerte nährten neue Hoffnung. Das flüchtige Gas musste doch irgendwie produziert werden, von irgendwem. Auf der Erde übernehmen 90% der Produktion Lebewesen. Und auf dem Mars? Die Planetologen wurden zum Spielverderber. Sie machten Schlammvulkane auf dem Mars aus die selbst dann noch Methan abgeben können, wenn sie nicht mehr aktiv sind. Das nimmt die Marsmikroben nicht aus dem Rennen… aber die angebotene Alternativerklärung ist zu gut um sich auf Kleinstlebewesen zu freuen.
Seit Anfang August hat die Menschheit nun einen sechsrädrigen Biologen auf dem Mars. Der VW-Polo-große Marsrover soll sich vor Ort der essentiellen Menschheitsfrage annehmen, ob das Leben in unserem Sonnensystem eine auf die Erde beschränkte Singularität darstellt oder auch schon andere Anläufe genommen hat, beispielsweise auf unserem roten Nachbarplaneten.
Das mobile Mars Sience Labratory, wie Curiosity (von seinen Fans liebevoll “Cury” genannt) offiziell heißt, wird von JPL betrieben, wie zuvor bereits seine ausnehmend erfolgreichen kleineren Geschwister, die Mars Exploration Rover Spirit und Opportunity. Leitender Chefwissenschaftler der Mission ist der Geologe John Grotzinger. Nach sorgfältigen Systemchecks und einer ersten Umgebungserkundung hatte der Marsrover begonnen Bodenproben zu nehmen an einer Stelle, die einmal ein Flußbett gewesen sein könnte. Zum ersten Mal brachte er dabei sein komplexestes Instrument zum Einsatz: SAM – kurz und knapp für „Sample Analysis at Mars“. Einfach beschrieben wird die genommene Probe erhitzt und die Masse der dabei entstehenden Gasteilchen gemessen.
Die Resultate dieses Unterfangens nannte nun niemand geringeres als Grotzinger „earthshaking“ und eintragungswürdig in die Geschichtsbücher. Das mag ihm in einem Begeisterungsschub herausgerutscht sein, er mag es mißverständlich formuliert haben, es mag seine persönliche Meinung mehr gewesen sein als eine offizielle Ankündigung – dem Internet und den Medien war das egal. Sie explodierten nahezu und überschlugen sich in Spekulationen darüber, was der Rover da auf dem Mars wohl entdeckt haben könnte.
War das der Moment der Momente? Vergangenes, gegenwärtiges Leben auf dem Mars?

Zum nächsten planmäßigen Rover-Update versammelten sich 150 Journalisten, ein Massenauflauf in der öffentlichkeitsfernen Randnische Raumfahrt.
Und tatsächlich, der Rover hat u.a. Kohlenstoffverbindungen gefunden. Kohlenstoff ist toll, aus ihm werden die Bausteine des Lebens gemacht – zumindest dann, wenn er keine geologische Ursache hat, von Meteoriten eingeschleppt wurde oder als Verunreinigung des Messinstrumentes ein Mitbrinsel von der Erde ist. Das war immer ein Grundproblem. Obwohl alle interplanetaren Sonden so keimfrei wie möglich losgeschickt werden sind sie es natürlich niemals vollständig. Und wenn wir Leben auf dem Mars finden und es ist nicht grün und guckt uns an, dann müssen wir als erstes beweisen, dass wir es nicht dorthingeflogen haben.
Alle diese Fragen sind nach wie vor offen. Der Rover wird weitere Proben nehmen, Spezialisten werden versuchen seine Funde einzuordnen. Die Pressekonferenz aber war ein Desaster und überdeckt, dass da ein ziemlich cooler Rover auf einem anderen Planeten nach einer 570 Millionen Kilometer Reise einen fantastischen Job macht. Und eines Tages vielleicht auch die Frage klären kann ob wir jemals so allein und einzig waren wie wir uns auf unserem blauen Planeten manchmal fühlen.