Wenn zuschauen keinen Spaß macht…

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Alle Städte, in denen ich jemals fest engagiert war, wiesen zwei Besonderheiten auf – sie besaßen ein Weltkulturerbe …und mindestens einen Fluß. 2002 zur Jahrhundertflut war ich in Dessau engagiert. Ich war nachts Deiche verstärken und tagelang auf den Sandplätzen Säcke abfüllen. Ich traf Fremde und Kollegen, die Theater-LKWs wuchteten unsere Arbeit mit an die Brennpunkte als die Proben ausgesetzt wurden. Ich habe niemals größeren Zusammenhalt erlebt. Einwohner und Urlauber, Kinder, Teenager, ganze Familien füllten und füllten die Sandsäcke, bildeten, wenn der Ruf „KETTE!!!“ über den Platz hallte eine ebensolche und reichten sich die kostbaren Flutblockadebausteine wie Ameisen weiter. Privatleute und Restaurants brachten Essen und Getränke zu den Helfern, Rentnerinnen stapften mit Körben voller Obst über die Sandberge und merkten dazu an, sie könnten die Sandsäcke nicht schleppen, aber ja trotzdem helfen. Menschen können unglaubliches leisten, wenn eine Tragödie sie verbindet. Sicher, es gab auch die Fluttouristen mit den Händen […]