Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung, keine Bildung. (Max Planck)

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Das Anhaltische Theater in Dessau soll bis 2016 die Sparten Schauspiel und Ballett schließen. Das meldete die Mitteldeutsche Zeitung, die sich auf ein Interview mit Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) beruft. Aufgrund der demografischen Entwicklung halte Dorgerloh die Schließung für unausweichlich. Dennoch solle in Dessau ein Vierspartenangebot erhalten bleiben, indem Schauspiel und Ballett eingekauft werde und Theaterpädagogik, Puppentheater, das Orchester und der Chor am Haus bestehen bleibe. Das Land erhöht die Zuwendungen für das Theater in diesem und im nächsten Jahr um jeweils 300.000 Euro, 2016 um 350.000 Euro, um die Umstrukturierung und den Ausstieg aus den bisherigen Haustarifverträgen zu ermöglichen. Die Hälfte der Abfindungen könne sich die Stadt Dessau vom Land erstatten lassen, so Dorgerloh. Dies gelte auch für Halle, wo alle Sparten erhalten werden sollen, allerdings mit personellen Kürzungen. Der Intendant des Anhaltischen Theaters, André Bücker, habe zu den Plänen für Dessau knapp bemerkt: „Über den Abbau von Sparten […]

Mögen die Spiele beginnen

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Ich bin gegen Talkshows in denen Laien ihr zerstörtes Beziehungsleben veröffentlichen, ihre Familienfehden einem johlenden Studiopublikum zugänglich machen oder mit künstlich aufgeplusterten Exaltiertheiten nach fünf Minuten Fernsehaufmerksamkeit fahnden. Ich bin vor allem deswegen dagegen, weil ich es für unverantwortlich halte medienunerfahrene Menschen in den Häcksler der TV-Verwertung zu werfen, die weder ihre Wirkung noch deren Konsequenzen abschätzen können. Allerdings geht mein Mitleid und Fremdschähmpotential schlagartig offline, wenn mediengewohnte B,C,D,E,F-Promis sich freiwillig über dem australischen Dschungel abwerfen lassen um sich fürderhin von Reis, Bohnen und Kakerlakendrinks zu ernähren. Das „Dschungelcamp“ geht in die achte Staffel und jede/r Campbewohner/in dürfte hinlänglich Gelegenheit gehabt haben zu recherchieren für welche soziologische TV-Studie sie/er gebucht worden ist. Der Konsumgehalt des Dschungelcamps manövriert auf einer Stufe mit Chips und Mikrowellenhamburger und spaltet die Nation in Ernährungswissenschaftler und Junkfoodfans. Neun Millionen Zuschauer aller Alters- und Bildungsschichten snackten sich durch die Finalfolge der letzten Staffel. Die anschließende Nominierung […]

Zwang erbittert die Schwärmer immer, aber bekehrt sie nie

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Die Bühne ist ein weißer Würfel, dessen  drei Bühnenwände über dem weißen Boden schweben und Freiheiten suggerieren, die im Inneren des Würfels nicht zu haben sind, die den Blick freigeben in nichts als Schwärze. Schwarze Leichenbahren mustern das weiß zu einem Schachbrett auf dem sich die Figuren des Staates hin und herschieben, ihren Wünschen hinterherkrabbeln wie die Ameisen, die geschäftig als Projektion die weißen Wände mit untertäniger Arbeit überziehen… ihrem Staat nicht entweichen können, so, wie die Figuren des Stückes dem Raum nicht entkommen, den Plänen anderer nicht entkommen, ihren eigenen Leidenschaften nicht entkommen. Alle wollen mehr als ihnen gegeben ist, aus guten Gründen, aus schlechten Gründen, wagen aus Gier, Zwang oder Liebe, wollen das beste und ergeben ihr eigenes Unglück und das anderer. Die Form der Inszenierung ist klar wie ein Gesetz, bricht sich, so, wie ihre Figuren die Gesetze ihrer Gesellschaft brechen. Im Zwang des Raumes, im Zwang […]