„Wir spielen in keinem toten Haus.“

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Es ist schon ein wenig irritierend. Kultusminister Stephan Dorgerloh will am Anhaltischen Theater die Sparten Schauspiel und Ballett schließen. Von einem „kulturellen Kahlschlag“ mag er trotzdem nicht sprechen und fabuliert von Strukturanpassung und alternativer Bespielung. Allein… die kulturelle Vielfalt, die er zu erhalten gedenkt, empfindet seine Pläne durchaus nicht als Bereicherung. Matthias Brenner, Intendant vom Neuen Theater Halle, verneinte auf journalistische Nachfrage gleich dreifach und sprach von „Beuteteilungsphilosophie“ an der er sich nicht zu beteiligen wünsche. Das Hans Otto Theater sieht das genauso und fand für diesen Widerwillen deutliche, treffende und wohlformulierte Worte, die einer Verbreitung wert sind: Sehr geehrter Herr Minister, mit größter Verwunderung erfahren wir aus Ihrem Interview mit der Mitteldeutschen Zeitung, daß Sie u. a. das Hans Otto Theater Potsdam zur Bespielung der von Ihnen abgewickelten Dessauer Bühne vorsehen. Wir erinnern uns an keine Absprachen. Ist es vielleicht Ihr Ziel, der zu Recht empörten Öffentlichkeit »Alternativen« vorzutäuschen? […]