Fräulein Rottenmeier hat ein Problem. Nachdem Klara Sesemann mit tatkräftiger Hilfe vom Heidi und dem Alp-Öhi laufen gelernt hat steht Klaras Wunsch viel Zeit auf der Alp zu verbringen nichts mehr im Wege. Fräulein Rottenmeier müsste sie dabei selbstverständlich begleiten. Aber Fräulein Rottenmeier empfindet die Alp keineswegs als natürlichen Lebensraum.
Aus diesem Grund sieht sie sich gezwungen ihre Anstellung bei den Sesemanns zu quittieren und sich mithilfe der Agentur „Exquisite – Vermittlung von pädagogischem Führungspersonal“ nach neuen Aufgaben umzusehen. Doch der Arbeitsmarkt hat sich verändert. Was sind eigentlich Softskills? Wie wird man ein Gewinner? Was ist mentale Fitness? Was ist überhaupt mit dieser Fitness? Und wer soll Computer verstehen? Und warum? Und wer ist eigentlich dieser Sänger und Musiker?
Fräulein Rottenmeier stellt sich der Herausforderung…
Rottenmeier Returns2x
Freitag 15.05.2015 | in der LOKremise | Beginn: 21h
Musik: Raoul Nagel
Texte und „Rottenmeier“: Silvia Rhode
Dramaturgie: Nina Stazol
Sie haben seit Ihrer Kindheit ein Fräulein Rottenmeier-Trauma?
Wir haben den Abend, der das ändert wird!

Als im Februar 1978 der vierte Teil der Star Wars Saga als erster Film in die deutschen Kinos kam war ich sieben. Und meine Mutter befand, dass mein kleiner Bruder und ich noch ein wenig zu jung waren um uns mit Sturmtruppen und Abkömmlingen der dunklen Seite der Macht herumzuschlagen.
Allerdings gab es eine Tradition. Meine Mutter pflegte Samstags ins Kino zu gehen. Auf das Sonntagsfrühstück danach freuten wir uns immer sehr, denn sie erzählte uns den gesehenen Film. Und meine Mutter ist eine spannende Geschichtenerzählerin mit ausgezeichnetem Gedächnis. Wir bekamen die Filme in detaillierten Beschreibungen und teilweise mit Originaldialogen geliefert… allein die nicht ganz so kindgerechten Einzelheiten flachte sie immer ein klein wenig ab.
Ich habe eine Menge Filme zuerst als „familiäres Hörbuch“ kennengelernt bevor ich sie viele Jahre später tatsächlich gesehen habe… und fand dann immer, dass meine Mutter es gut getroffen hatte.
Vom vierten Teil bekamen wir außerdem eine Langspielplatte, die mein Bruder und ich ‚rauf und ‚runter hörten.
Ich kenne inzwischen alle sechs Teile recht gut, aber den vierten kann ich heute noch mitsprechen.
Später habe ich mich dann eher dem realen Weltraumgeschehen und tatsächlichen Raumschiffen zugewendet. Was nicht unbedingt ein Widerspruch sein muss… wie dieses Video zeigt.

In diesem Sinne – May the 4th be with you!

Ich fahre außerordentlich gerne Abstecher. Es passiert mir nicht übertrieben oft und bietet jedes Mal eine Gelegenheit mehr von dem Land kennenzulernen in dem ich lebe und Orte zu sehen, die ich aus eigenem Antrieb niemals besucht hätte. Zu meiner Standard-Abstecher-Ausrüstung gehört inzwischen meine Kamera, ausreichend food to go, damit ich die Zeit vor Ort optimal nutzen kann, Google Map Screenshots auf dem Handy und jede Menge Neugier. Nach Ankunft und Orientierung sind es oft mehrere Stunden bis zu meiner Maskenzeit, die man prima mit Entdeckungsrundgängen verbinden kann.

Letzten Mittwoch waren wir in Chur, der ältesten Stadt der Schweiz, nicht weit von St.Gallen entfernt und bereits malerisch in der Gesellschaft von Bergen gelegen.

Chur hat einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten, doch die waren mir dieses Mal herzlich wurscht. Denn Chur ist auch die Geburtsstadt von HR Giger. Der Maler, Grafiker, Innenarchitekt, Bildhauer, Designer und Regisseur ist mein erklärter Lieblingskünstler des Phantastischen Realismus. Hätte ich die finanziellen Mittel seine Werke zu erwerben hätte ich mindestens eine seiner Gitarren, diverse Gemälde und Skulpturen und meine Wohnung wäre gespickt mit seinen Möbeln.

Bereits 1968 realisierte er seinen ersten Science Fiction Kurzfilm, „Swiss Made 2069“, bei dem er nicht nur als Co-Regisseur tätig wurde, sondern auch das Kostüm für den humanoiden Außerirdischen und seinem Hund entwarf. In einer Zeit, in der Außerirdische vor allem durch Zuhilfenahme wabbelnder Gummimasken dargestellt wurden lässt sich doch bereits erahnen auf welches unbekannte ästhetische Niveau er fremde Spezies und die Biomechanik erheben sollte.

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Zehn Jahre später ist es dann so weit. Ridley Scott vertraut Giger das Produktionsdesign eines Films an, der Sigourney Weaver zur ersten Actionheldin der Filmgeschichte machen sollte, einen vollkommen neuen visuellen Stil etablierte… und ein Alien gebar, nicht irgendein Alien, DAS Alien.

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Um seinen Schöpfer wissend könnte man also sagen das Alien ist ein Schweizer. Giger wurde dafür mit einem Oscar ausgezeichnet und es ist sicher das Werk für das ihm die breiteste Aufmerksamkeit zuteil wurde, auch wenn es eigentlich nur einen Bruchteil seiner Arbeit repräsentiert.

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In Chur gibt es eine „Giger Bar“… 1992 eröffnet, nach zweijähriger Konstruktions- und Bauzeit durch Giger und sein Team technischer Experten. Fast schon ein Giger-Museum mit der zusätzlichen Möglichkeit Erfrischungsgetränke zu sich zu nehmen in einem Ambiente, das meinem Wohnzimmerwunsch sehr nahekommt.

Ich trat in eine ausgedehnte Abstecherplanung ein – die frustrierend endete. Mein Vormittag wurde terminlich blockiert und machte es unmöglich mit dem Zug meinen busreisenden Kollegen voraus zu fahren. Zwischen Ankunft, Orientierungs- und Textprobe ergaben sich nur begrenzte Zeitfenster. Ich überlegte meinen Scooter im Gepäckraum des Reisebusses mitzunehmen um mich auf den zurückzulegenden Wegen zu beschleunigen… es half nichts, eine Vorstellung geht vor und die Alienjagd musste der „Hexenjagd“ ihren Tribut zollen.

Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich beim Abstecher nicht vollkommen auf Gigers Werk verzichten musste. Denn ganz in der Nähe des Theaters steht eine seiner biomechanischen Skulpturen. Sie steht in der Nähe von Cafés und Geschäften, flankiert von einem Baum und Büschen, Menschen laufen geschäftig an ihr vorbei, Autos fahren nebenan, ein übergroßer Geschenkkarton steht als Werbeträger nicht allzu weit von ihr entfernt. Sie so zu betrachten, im friedlichen Sonnenlicht, das sich auf ihrem silberfarbenen Körper spiegelt ist mindestens so surreal wie sie selbst.

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Nach der Vorstellung habe ich mich beeilt um noch einmal an ihr vorbeigehen zu können. In der Dunkelheit ist sie fraglos mehr zuhause.

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Und es ist sehr klar, dass ich nochmal nach Chur fahren muss … auf ein paar Drinks.