Ich glaube, im Grunde weiß das jeder, der am Theater arbeitet… ganz egal, ob auf der Bühne oder dahinter – es ist ein besonderer Ort. Ein Ort der Geschichten, der Gefühle, oft der Magie, ein Ort, der mitnimmt in Lachen und Weinen, der fragt, hinterfragt, gibt und herausfordert.

Er ist mein Arbeitsplatz und ich weiß um das Privileg ihn so nennen zu dürfen. Trotzdem ist die Bühne eben mein Arbeitsplatz. Der Ort wo es ganz nüchterne Dinge zu regeln gilt, Abläufe gebastelt werden müssen, Hürden überwunden und Rollen erobert werden wollen. Es ist der Ort endloser aber notwendiger Wiederholungen, psychologischer und ganz pragmatischer Feineinstellungen, Ort von beständiger Steigerung und Abklärung gleichermaßen.

Gestern durfte ich als Ronjas Räubermutter „Lovis“ zu Gast sein im „Tanz auf der Mattisburg“. Eine Produktion der TheaterTanzSchule, die sich, genau wie das Schauspielensemble für seine Märchenproduktion, „Ronja Räubertochter“ als Themenvorlage für ihren Tanzabend gewählt hatte.

Rund 200 große und kleine Tänzer*innen hatten ihn mit ihren Dozentinnen und Dozenten Szene für Szene erarbeitet und dafür von Ballett bis Hip Hop, von Tae Bo, Modern Dance bis Breakdance nichts ausgelassen.

Es müssen viele Proben gewesen sein… und jetzt standen sie alle auf der großen Bühne, wuselten über die Hinterbühne, die Theatergänge, in die Maske… aufgeregt und vorfreudig… und mit großen Augen.

Und da sah ich ihn dann wieder… meinen Arbeitsplatz… gespiegelt in diesen großen Kinderaugen. So, wie ich manchmal vergesse ihn zu sehen, wenn ich an diesem besonderen Ort arbeite. Nicht als meinen Arbeitsplatz… sondern als das, was er wirklich ist… ein wundervoller SPIELplatz.

Tanz auf der Mattisburg

Danke an alle, die hart, kichernd, schwitzend, fantasievoll und engagiert für diesen Abend gearbeitet haben… danke, dass ich Teil davon sein durfte. Es hat riesigen Spaß gemacht!

Paris

„Noch sind wir geschockt, aber wir werden unsere Werte nicht aufgeben. Unsere Antwort lautet: mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit.“

(Der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg nach den Anschlägen in Norwegen am 22.Juli 2011 bei dem 77 Menschen durch Hass und Fanatismus ihr Leben verloren.)

Es ist die einzige Antwort einer Gesellschaft, die sich durch Leid nicht vom Hass infizieren lassen will.