„Post…“ …echt jetzt? Über Sinn und Unsinn einer Vorsilbe…

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„Postdramatisches Theater“ ist eine Wortkombination des Theaterwissenschaftlers Hans-Thies Lehmann und beschreibt eine zeitgenössische performancenahe Form des Theaters. Es ist ein Abgrenzungsbegriff gegen das „traditionelle Sprechtheater“. Traditionell bedeutet zweierlei. Dass man etwas schon sehr lange macht – das ist im Fall des Theaters richtig… es IST alt, oft totgesagt und immer noch quicklebendig. Traditionell bedeutet aber auch „herkömmlich“, einer „gängigen Praxis entsprechend“. In welcher Weise der Vorgang „Mensch geht auf Bühne und hat etwas zu sagen“ so „kömmlich“ da…her…kommt hängt enorm vom Geschehen und der Perspektive des Betrachtenden ab. Mit Fantasie, Witz, Inhalt und Spielenergie gefüllt ist es ja gerade das Ziel eines Theaterabends gegenteilig davon zu sein, nämlich überraschend, frisch und erreichend. Sei‘s drum – postdramatisch also. Was bedeutet das dem Wortsinn nach? „Dramatisch“ bedeutet aufregend, ausdrucksvoll, explosiv, nervenaufreibend, packend, spannungsgeladen, überwältigend, bewegt, lebendig, mitreißend. Postdramatisch bedeutet demnach: all das bitte nicht. Was für ein Verlust. Und wie unsinnig für […]