Schreisse

Stalin führte eine Quote ein… für Verurteilungen und Hinrichtungen. Sie musste erfüllt werden – unabhängig davon, ob genug „Verbrechen“ für diese Quote generiert werden konnten. Es musste sie eben geben, denn es gab ja die Quote. Die Besitztümer der Verurteilten wurden eingezogen und dem Staat überantwortet. Der Staat war Stalin.

Diktatoren sind bemerkenswert wenig subtil. Sie sind bemerkenswert durchschaubar. König Ubu verzichtet selbst auf diesen rudimentären Rest an Subtilität vollkommen. Es gilt sich zu bereichern. Dafür muss der bestehende König gestürzt, die Herrschenden müssen dem Schredder zugeführt und ihre Güter eingezogen werden.

Basta.

König(Tim Kalhammer-Loew als „König Ubu“)

Alfred Jarry erschuf seinen „König Ubu“ 1896 und legt darin, verspielt, schonungslos und unbemäntelt, die Prinzipien von Herrschaft offen, die Typologie von Macht.

Seinem König zur Seite steht dessen Frau, deren Begierde nach Macht und Gold durch den Einsatz aller verfügbaren Mittel der seinen in nichts nachsteht. Aber was passiert eigentlich, wenn man es übertreibt? Wie lange macht ein Volk sowas mit? Und wählt es danach eine bessere Herrschaft?

Fragen, auf die „König Ubu“ heute um 20h das letzte Mal in der LOKremise St.Gallen eine wildamüsante Antwort gibt.

Ubu Blog(„Mutter Ubu“… in Begleitung meiner Kollegen Romeo Meyer, Oliver Losehand und Marcus Schäfer – Fotos der Inszenierung: Tine Edel für das Theater St.Gallen)

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