„Magisch ist die Nacht, der Mond ihr Herz, die Wolken ihr Körper, die Luft ihre Haut, die Sterne ihre Liebe.“ (Kruppa)

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Ein guter Freund von mir gibt heute eine großartige Vorstellung. Ich bin sicher, Sie kennen ihn, man könnte ihn berühmt nennen. Ehrlich gesagt kennen ihn die meisten Menschen auf diesem Planeten… äh, nein, alle, es kennen ihn alle. Vielleicht nennen ihn nicht alle "Freund". Ich nenne ihn so, weil er ein guter Begleiter ist. Die meisten nennen ihn "Mond" und heute Nacht gibt er eine ganz grandiose OpenAir-Show.
Nein, Eintrittskarten müssen nicht erworben werden, die Show ist for free. Allerdings ist sie ein bißchen wetterabhängig. Aber das kennt man ja vom Freilicht.
Heute Nacht tritt der Mond in den Schatten der Erde ein, zur längsten Mondfinsternis der letzten 10 Jahre. Nun werden Sie denken, wow, nachts, wenn es gewohnheitsmäßig zur Dunkelheit neigt, wird nun auch der Mond finster… na, da wird man ja echt was zu sehen kriegen.
Aber wer oder was auch immer diese astronomischen Spektakel inszeniert… da ist ein Regietalent am Werk, mit einem gehobenen Talent für Special Effects. Obwohl sich die Erde erstaunlich exakt zwischen Sonne und Mond befinden wird erreicht noch genug Licht der Sonne den Mond um ihn für uns sichtbar zu erhalten… so weit einfach nur ein beeindruckender Beweis für die Leuchtkraft unseres Sterns. Doch nun zum Special Effect. Die Atmosphäre unseres Planeten wird rotes länger welliges Licht in den Kernschatten streuen, während kurzwelligeres grünes und blaues Licht durch Staub und Wasserdampf in der Atmosphäre zurückgehalten wird.
Das Ergebnis dieses kosmischen Filters heißt "Blutmond", beschreibt ein ziemlich seltenes astronomisches Phänomen und taucht unseren Trabanten in ein rostbraunes Rot.
Die Eckdaten der zu erwartenden Vorstellung sind:

19:53 Uhr MESZ Mi.: Beginn der sichtbaren Mondfinsternis
20:22 Uhr MESZ Mi.: Eintritt in den Kernschatten (Umbra) der Erde
21:22 Uhr MESZ Mi.: Beginn der Totalität
22:12 Uhr MESZ Mi.: Maximale Totalität erreicht
23:02 Uhr MESZ Mi.: Ende der Totalität
00:02 Uhr MESZ Do.: Austritt aus dem Kernschatten der Erde
00:32 Uhr MESZ Do.: Ende der sichtbaren Mondfinsternis

War's das schon? Aber nein, jede gute Show lädt sich doch Gäste ein. Alle, die nun beschlossen haben ihrem Nacken einen längeren Blick in den Nachthimmel zuzumuten sollten um 23.10 MESZ (Uhrzeitangabe für den Süden Deutschlands, kann in anderen Gebieten plus/minus rund 60 Sekunden variieren… individueller Standort kann HIER herausgefunden werden!) ihre Augen auf den westsüdwestlichen Horizont richten. 10 Grad über der angenommenen Horizontlinie wird aus dem Dunkel der Nacht ein gleißender Lichtpunkt zu einer rasanten Reise quer über den Nachthimmel antreten. Was auf den ersten Blick wie ein sprintender Stern aussieht ist die Internationale Raumstation ISS, nach dem Mond das zweithellste Objekt unseres Nachthimmels, die sechs Minuten lang mit 28.000 Stundenkilometern über unsere Köpfe hinweg rast, bis sie 11 Grad ostnordost im Nachthimmel verschwinden wird.

Ein französisches Sprichwort sagt: "Wenn die Sonne scheint, hat der Mond Langeweile.
Das stimmt nicht. Manchmal verbünden sich die beiden… und stellen eine Show auf die Beine, die den Tatbestand der Angeberei erfüllt.
Wenn Sie öfter mal nachts nach oben schauen und den Mond anlächeln, dann ist heute eine gute Nacht diese Angewohnheit zu pflegen. Wenn Sie lange nicht in der Nacht gestanden haben um den Mond anzulächeln – dann ist heute eine gute Nacht das mal wieder zu tun.
Viel Vergnügen!

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