The return of… HEIDI

Keanu Reeve hat es getan. Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone auch. Sigourney Weaver und Leonard Nimoy konnte nicht einmal das Ableben ihrer Figuren ausbremsen. Überhaupt – die Einwohner der „Enterprise“ tun es ständig. Sämtliche „X-Men“ tun es. Und die Zauberlinge von Hogwarts. Die Jedis tun es bald wieder und Harrison Ford ist vielleicht dabei… mal wieder. Nicht, dass er es nicht schon als Archäologieprofessor nie hatte lassen können.
Filmschauspielern passiert sie öfter. Am Theater kommt sie praktisch nicht vor. Die Fortsetzung.
Sicher, Goethe hat uns die „Fäuste“ geschenkt, aber sonst?
Theaterarbeit ist ein flüchtiges Gebilde. Man verbringt einige Wochen damit einen Menschen zu kreieren… nach den Vorgaben von Textbuch und Regie… dann zeigt man ihn eine gewisse Anzahl von Vorstellungen… dann verabschiedet man sich von seiner Rolle. In der Regel für immer.
Mit Fräulein Rottenmeier ist das für mich zum ersten Mal anders.
Bereits im letzten November hatte „Heidi“ am Theater St.Gallen Premiere und ich ein außerordentliches Vergnügen daran als pädagogisch gestresste Rottenmeier in Frankfurt von einem adrenalingeschwängerten Nervenschock zum nächsten zu navigieren. Die damalige Inszenierung endete mit Heidis glücklicher Heimkehr auf ihre geliebte Alp und dem Versprechen an Klara (und die Zuschauer) auf ein Wiedersehen.
Nun ist es so weit. Die Geschichte geht mit „Heidi und Klara“ weiter – und Fräulein Rottenmeier muss gezwungenermaßen auf die Alp… nicht unbedingt ihre natürlichste Umgebung. Zumal sich dort in der Zwischenzeit umstürzende Neuerungen bei Klara ergeben haben… umstürzend ist hier wörtlich zu nehmen, denn sie verursachen eine wahre Kaskade von Ohnmachtsanfällen bei der höhengebeutelten Erzieherin.

Geiss Hinterbühne2
Ein komplettes Produktionsteam wiederzusehen war für mich eine neue Erfahrung und es verschnellert viel. Die eigene Rolle ist bereits erkundet und erarbeitet, man muss sie nur noch in die neuen Zusammenhänge einfügen. Die Bühne wurde angepasst, aber sehr vertraut ist sie geblieben. Die mehrstimmigen Geissenchöre konnten auf den Ohrwürmern des letzten Jahres aufbauen… das „Geissical“ hatten wir wie nichts intus. Die dazugehörigen Geissenfiguren fanden ihren Weg aus dem Fundusschlaf zurück auf die Bühne, anteilig noch mit den frechen Frisuren im Fell, die wir ihnen letztes Jahr verpasst haben. Unsere Kostüme wurden um neue Elemente ergänzt, erlaubten aber auch einen effezienten Figurenschnellcheck… paßt noch? Paßt noch!
Das Wiedersehen hat Spaß gemacht… ab heute steht es für große und kleine Kinder auf der Bühne.

4 Gedanken zu „The return of… HEIDI

  1. Hallo Silvia …

    scheinbar ist die „Wiederholung“ doch ein ganz neues Stück, eben die Fortsetzung, die nun neu in Szene gesetzt werden muss. Ich denke schon, dass die Arbeit, oder der Zusammenhalt in einem bekannten Team leichter fällt. Ganz sicher freut man sich bei einigen Leuten besonders, wenn man sie plötzlich wieder sieht. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man sich in einem „alten Team“ gleich heimisch fühlt, wo auch der Stressfaktor sinkt.
    Ein leichtes schmunzeln blieb bei mir nicht aus. Nach dem Lesen des Textes dachte ich sofort an das imposante Foto in der „Maske“mit dem fantastisch sitzenden Kostüm des Frl. Rottenmeier, der strengen Erzieherin, wo der Figurenschnellcheck ganz sicher positiv und effizient ablief. Es konnte gar nicht andres sein!
    Also…. viel Erfolg, bin auf die weiteren Berichte gespannt.

    …. und Frl. Rottenmeier bekommt nächste Woche Post ……

    LG Brain

  2. Ich habe die „Heidi reloaded“ Bilder auf Eurer Homepage angesehen. Sowohl Heidi als auch Klara würde ich ungesehen sofort besetzen: Hammerausstrahlung, die jungen Frauen! Die Reiseklamotte der Frankfurter Nachkömmlinge habt Ihr offensichtlich ebenfalls um zeitgenössische Elemente ergänzt – ich vermute die Rottenmeier hinter der roten Daunenjacke ganz rechts, wobei die Identifikation da ein reiner Indizienprozeß ist … Viel Spaß auf der Alm, ähm, Alp!

  3. Ja, unsere Klamotten sind eine Wucht… eine deutsche Bergschaft… wohlgemerkt im Sommer!!! …die sich für die Berge präpariert hat… Deine Identifikation ist korrekt, Kompliment und Hut ab. Und ja, die beiden Titelfiguren machen es den Kindern ganz leicht ihre Helden zu finden. Das ist auch immer sehr süß bei den Autogrammstunden zu beobachten, heute wieder. Sie finden es lustig, die Menschen von der Bühne im Foyer wiederzufinden und begucken uns alle sehr genau… aber Heidi, Klara und auch Peter… die werden angehimmeln von den Zwergen! 🙂

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