Je Suis Charlie

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Die Gedankenfreiheit ist die einzig wahre und die größte Freiheit, die ein Mensch erreichen kann.

(Maxim Gorki)

6 Gedanken zu „Je Suis Charlie

  1. « Je ne suis pas d’accord avec ce que vous dites, mais je me battrai jusqu’à la mort pour que vous ayez le droit de le dire. » (Evelyn Beatrice Hall)

    Je suis d’accord avec ce qu’elle a dit. Je suis Charlie.

    « Ich stimme dem, was Sie sagen, nicht zu, aber ich werde bis zum Tod dafür kämpfen, dass Sie das Recht haben, es zu sagen. » (Evelyn Beatrice Hall)

    Ich stimme ihr zu. Ich bin (und folge) Charlie.

  2. Mir hat mal ein erfahrener Staatsanwalt vor Jahren, bei einer rechtlichen Überprüfung zu einem meiner Werke eindrucksvoll, aber auch leicht feinfühlig mitgeteilt, das man die Satire, die Kunst und auch die Meinung anderer nicht schön finden muss! Man kann sie auch anzweifeln, oder ich sage es mal deutlich, auch den Kopf darüber schütteln, ablehnen und sich aufregen, Aber zu den Grundsätzen, oder den Grundzügen einer Demokratie, gehört die Pressefreiheit, Freiheit der Kunst und auch Meinungsäußerung aller.

    Das was in Paris passierte, hat mich tief beeindruckt, auch ein wenig traurig gemacht, ohne jetzt sentimental zu wirken. Ich denke an die Redakteure der Zeitschrift, die einfach ermordet wurden, keine Frage, aber ganz besonders in meinem Fall an die französischen Polizeikollegen , die völlig unvermittelt und chancenlos den Gewalttätern gegenüberstanden. Ich weiß, wie es ist, wenn man fühlt, gleich könnte es vorbei sein!

    Irgendwie hängt alles zusammen…… es ist schwer diese Geschehnisse einzeln zu beurteilen.

    Trotzdem, aufgeben …. nur weil es einigen „Gläubigen“, etwas weltfremden, ohne Toleranz Denkenden nicht gefällt ?? Nein…..

    Silvia …. eine kleine Bemerkung noch. Dein Bild, der Stift und der eine Satz genügen, um zu verstehen worum es geht.

    LG Brain

  3. Ich teile Deine Meinung. Und ich bin auf viele Weisen traurig… über die Verbrechen in Paris, aber auch über die Instrumentalisierung dieser Verbrechen von rechtgerichteten Kräften und Politikern, die nach Vorratsdatenspeicherung und Überwachung schreien und Zuwanderung überprüfen wollen als könne man eine ganze Glaubensrichtung in Gemeinschaftshaftung nehmen.
    Ich weiß nicht mehr, wer es gesagt hat, aber zwei Feststellungen sind mir nach dem abscheulichen Attentat in Norwegen 2011 in Erinnerung geblieben. Einmal sinngemäß, dass der Name des Täters vergessen werden soll für immer, aber die Opfer erinnert, auch für immer. Und ein anderer sagte, auch sinngemäß, die einzige Antwort auf diese Tat sei mehr Demokratie, mehr Humanismus, mehr Freiheit.
    Unsere demokratische Gesellschaft wird sich messen lassen müssen an ihrer Reaktion auf diese Taten.

  4. In der Tat, davon zeugt auch das Titelblatt des aktuellen Charlie, der gestern die französischen Kioske gesprengt hat: Der Prophet, der weint. Der Zeichner Luz sagt dazu in einem Interview sinngemäß, es täte ihm leid, den Propheten erneut gezeichnet zu haben, aber der Mohammed, den er gezeichnet hat, sei einfach „guter Mensch, der weint“. (https://www.youtube.com/watch?v=OSpnDrxXeK8 – ich habe leider keine Variante mit dt. Übersetzung gefunden)

    Der Diskurs rund um die Ausdrucksfreiheit und deren eventuelle Grenzen wird weitergehen, und das ist auch gut so, alles andere wäre ja wider der Freiheit, für die wir uns einsetzen. Ich persönlich finde die Wahl, die Charlie Hebdo für seine Titelseite getroffen hat, begrüßenswert, denn sie beinhaltet sowohl die Botschaft, dass man sich in seiner Freiheit nicht einschränken läßt durch Terrorismus als auch die Vermutung, dass Terrorismus nicht im Sinne des Propheten ist, in dessen Namen er stattfindet.

  5. Tja …… in grundsätzlichen Gedanken zu diesem Thema sind „wir drei“ uns einig.

    Vielleicht liegt es daran, das man im künstlerischen Bereich arbeitet, dazu zähle ich mich auch und so mehr Verständnis für andere Autoren, Schreiber, Zeichner, Satiriker und auch andere Meinungen hat. Irgendwie ist das ja auch eine „Schöpfung“ verschiedener Werke, egal in welche Richtung.

    Ich habe, nur aus meiner Sicht, schon viel „Mist“ gesehen oder gelesen im künstlerischen Bereich, aber trotzdem dürfen und sollten auch diese Werke in die Öffentlichkeit gelangen. Der Künstler darf sich offenbaren. Mir geht es so, dass meist bei der zweiten Betrachtung ein anderes Bild herauskommt, oder man ein paar Tage später nochmals darüber nachdenkt. .

    Und …. diese Freiheiten wollen wir uns doch nicht nehmen lassen, schon gar nicht, von Leuten, die mit Terror, Mord und Bedrohung vorgehen und nicht die geringste Toleranz zeigen.

    Aber ich sehe die Sicherheitslage, gerade in Paris, als gefährlich, bedenklich an. Kaum vorstellbar dass nichts mehr passiert ……

  6. Ich hatte gerade (jetzt ist fast 4h morgens) ein sehr interessantes Gespräch darüber, kontrovers und austauschreich. Und ich stimme Dir zu mit dem Mist, generell im künstlerischen Bereich, Kunst ist nicht gleich Qualität. Sie ist nicht mal gleich Ethik oder Moral, sie entsteht sogar manchmal in verletzender Absicht. Ich will nicht einmal behaupten, dass wir uns in vollkommener Unschuld fühlen dürfen, was die Frage anbelangt, ob wir zu Radikalisierung beitragen und manchen breeding ground hätten verhindern können. Wir stimmen aber überein, dass die Frage nicht sein kann ob eine Kunst rechtens ist. Meiner Überzeugung nach darf man sich ihrer nur mit den Mitteln erwehren, die sie selber gebraucht. Und ich hätte das genauso geschrieben, wenn eine andere Religion durch Werke verletzt worden wäre… es ist, in meinem persönlichen Wertesystem, etwas allgemeingültiges. Ein anderes Wertesystem kann eine andere Reaktion für angemessen halten, aber ich teile es nicht und ich will es deswegen nicht als Maßstab übernehmen, ich will es, wenn es sich als Mord veräußert, nicht einmal tolerieren. Und ich will nicht, dass man sich einer Angst beugt… weil ich nicht glaube, dass Radikale sich damit zufrieden geben, wenn man in einem Punkt nachgibt. Ich persönlich glaube, dass sie einen anderen weiteren Punkt finden würden, den sie wieder durch Bedrohung zu erreichen versuchen.
    Ich hoffe und erwarte einen Dialog, neue Perspektiven, im besten Fall das Aufbrechen verkrusteter Grenzen und vielleicht einen Aufbruch in ein besseres gegenseitiges Verständnis. Aber Verbrechen dürfen nicht zu Erfolgen führen. Weder für die Täter und ihre Gesinnungsgenossen, noch für jene, die sich dieser Verbrechen zur Instrumentalisierung bedienen um Vorurteile zu schüren und allzu einfache Antworten zu finden.

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