Homage an eine Ära

Manchmal, da weiß der Kopf etwas, ohne, dass das Herz es versteht.

Am 21.Juli 2011 landete das letzte Space Shuttle – und beendete ein 30 Jahre langes Abenteuer mit den ersten Raumschiffen der Menschheitsgeschichte. Ich weiß das – und trotzdem kommt es mir immer noch vor wie eine Pause… als würde sich der nächste Start einfach verzögern und etwas in mir wartet darauf das Space Transportation System wieder auf seiner mobilen Startplattform zum Launchpad rollen zu sehen, wartet auf vertraute 43 Stunden Countdown und die unvergleichlichen achteinhalb Minuten Aufstieg in den Orbit.

Ich versuche mich abzulenken… ich schaue Raketenstarts, jeglicher Couleur, versuche deren technische Daten und Abläufe nachzuarbeiten – ich mache es halbherzig, das muss ich zugeben.

Ich konzentriere mich vermehrt auf das Marsgeschehen, den fast startbereiten Rover „Curiosity“, seinen nicht klein zu kriegenden Kollegen „Opportunity“, liebevollst „Oppy“ genannt, und das täglich eintrudelnde Bildmaterial von der Oberfläche.

Virgin Galactic habe ich eigentlich immer im Blick, denn auch wenn sie noch nicht den low earth orbit anpeilen… das nächste wiederverwendbare Raumfahrzeug wird mit hoher Wahrscheinlichkeit von ihnen in den Weltraum befördert. Aktuell hat Richard Branson den ersten kommerziellen Raumflughafen der Welt eingeweiht …solche Nachrichten vergnügen mich.

Ansonsten behalte ich das Raumfahrtgeschehen… für meine Verhältnisse… recht locker im Auge. Ich weiß wann was wo gemacht wird… aber irgendwie ist es nicht das gleiche wie vor dem Lifestream verbrachte Nächte weil das Space Shuttle startet, weil es an die ISS andockt, weil ein Spacewalk ansteht, weil es sein könnte, dass das Space Shuttle landet… mit literweise Kaffee, mit Schokolade und anderer Nervennahrung, mit trotzdem herumbeißen auf dem Bleistift weil man weiß, dass der Lieblingsorbiter gerade durch 1600 Grad heißes Plasma fliegt und man erst beruhigt sein wird, wenn die ersten Realbilder zeigen, dass das Raumschiff in einem Stück zur Landung ansetzt. Nächte, in denen man herzhaften Beziehungsknatsch riskiert, weil man sich zu gottlosen Zeiten den Wecker gestellt hat, weil das Shuttle den Standort überfliegt und als golden schimmernder Punkt über den Nachthimmel rast.

Die Ära dieser Raumschiffe hat so viele Einzigartigkeiten verschenkt, dass es schwer ist darauf zu verzichten.

Heute bekam ich eine Mitteilung im Raumfahrerforum. Ein großer Shuttlefan schickte mir den Link zu einem Videofund … zusammen mit der Ermahnung „…aber nicht weinen ! 😉 “ – Hat ganz knapp funktioniert…zwei Minuten länger hätt’s nicht sein dürfen.

 

Ein wunderschönes Video, ein sehr gelungener Bogenschlag über 30 Jahre in ungewöhnlich persönlichen und seltenen Bildern. Für alle Shuttlefans und alle, die es noch werden wollen…

 

(Bildmaterial mit Dank an die NASA!)

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