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Man mag es nicht glauben… aber ich habe mal Jura studiert. An der Ruhruniversität in Bochum. So zumindest steht es auf einem Immatrikulationsbescheid. Die Realität sah anders aus. Ich fuhr sehr regelmäßig an die Uni… und zwar zur dortigen Theatergruppe. An Vorlesungen und Arbeitsgruppen juristischer Natur erinnere ich mich… na sagen wir lückenhaft. Ein Jahr später bin ich dann nach Bochum gezogen… ich hatte die Aufnahmeprüfung an der Westfälischen Schauspielschule bestanden – und die juristische Fakultät der Ruhruni musste ohne mich auskommen.

Das ist wahrscheinlich in mehrfacher Hinsicht eine gute Entscheidung gewesen… auch wenn es lohnt die internationale Gesetzgebung genauer zu kennen um keine erstaunlichen Überraschungen erleben zu müssen.

Würde ich in Frankreich auf die Idee kommen ein in meinem Besitz befindliches Schwein „Napoleon“ zu nennen (und hätte ich eines, dann könnte ich durchaus auf solche Ideen kommen) – dann kollidiere ich mit der aktuellen Rechtssprechung und kann bestraft werden. Was passiert, wenn man ein solches Haustier nach noch lebenden Politikern benennt wird von dem entsprechenden Paragraphen nicht geregelt.

Wenn ich in Florida ein noch größeres Tier, beispielsweise einen Elefanten am Straßenrand parke, dann muss ich genauso viele Münzen in den dafür bereitgestellten Parkautomaten werfen, wie für ein Auto.

In Atlanta komme ich als Großwildliebhaber in ernste Schwierigkeiten meine Exoten überhaupt zu parken, Münzen hin oder her. Es ist gesetzlich verboten Giraffen an Telefonmasten festzubinden. Auch Straßenlaternen sind tabu. Telefonzelle? Nope. Aber am Gartenzaun dürfte ich sie festmachen. Mensch, jetzt bin ich aber erleichtert. Ich mag Giraffen und halte mir immer gerne alle Optionen offen.

Kalifornien hingegen hat Gesetze, die ich sofort nachvollziehen kann. Es ist dort gesetzlich und bei Geldstrafe verboten Kinder am spielen und plantschen in Pfützen zu hindern. Das unterschreib’ ich. Sofort.

Den Bundesstaat Pennsylvania hingegen muss ich meiden. Dort steht lautes singen in der Badewanne unter Strafe. Ich verstehe das Prinzip – aber sollte man nicht doch Einzelfallentscheidungen je nach Talent des Singenden treffen?

Kühe sind nicht nur in Indien heilig… auch in Texas. Na gut, dass man dort keine fremden Kühe melken darf, das mag ja einzusehen sein, aber es ist auch verboten sie mit Graffiti zu verzieren. Also muss doch mal jemand die Idee gehabt haben…oder?

Auch Tennessee kennt so eine Art Tierschutz. Dort ist es ausdrücklich verboten Tiere aus dem fahrenden Auto heraus zu jagen – der Abschuss von Walen hingegen ist ausdrücklich erlaubt. Aber darüber rege ich mich erst auf, wenn der Bundestaat sich eine Küste zulegt.

Auch in Russland kennt man interessante Rechtssprechung… es ist dort per Gesetz geregelt, dass ein Zug halten muss, wenn jemand neben den Gleisen schläft. Dieser Jemand darf aber nicht geweckt werden. Der Zug muss warten, bis der Schafende selbstständig erwacht und den Weg freiräumt.

In Eureka, Nevada sind offensichtlich Frauen aktiv an der Gesetzgebung beteiligt. Es ist dort nicht verboten einen Bart zu tragen. Wenn man sich allerdings dafür entschließt – dann darf man keine Frau küssen. Man stelle sich dieses Gesetz in Bayern vor.

Ebenso haarig… in Alabama ist es bei Strafe untersagt mit falschen Bärten in den Gottesdienst zu gehen. Offensichtlich fanden so einige Gläubige das urkomisch und brachten die anderen Gottesdienstteilnehmer auf diese Weise zum lachen. Natürlich wurde dieses Aufblitzen von Humor in der Kirche sofort untersagt.

Der gleiche Bundesstaat verbietet übrigens auch das herumtragen von Eistüten im Rucksack. Warum für dieses Gesetz eine Notwendigkeit bestand ist mir völlig schleierhaft, mein Umgang mit Eistüten sieht eh anders aus und könnte mit kurz und lecker übertitelt werden.

Männer im US-Staat Kentucky sind gesetzlich verpflichtet ihre Frauen zum Hutkauf mitzunehmen… andernfalls dürfen sie dieses Kleidungsstück nicht erwerben. Besieht man sich die weißen Socken/Sandalen-Experimente mancher Männer, dann erhebt sich die Frage: wieso hat das jemand auf Hüte beschränkt???

Und siehe da, in Carmel ist es Männern tatsächlich verboten das Haus zu verlassen, wenn ihre Schuhe nicht zum Jacket passen. Bingo!

Dass man Eselsbesitzern in Arizona und Georgia verbietet ihre Lieblinge in der Badewanne übernachten zu lassen… nun gut, das mag noch habwegs mit der Realität verbunden sein. Aber im New Yorker Stadtteil Brooklyn ist das auch ausdrücklich verboten. In Manhatten allerdings nicht. Ich mochte Manhatten schon immer!

Fremdgehen ist in New Mexiko ein wenig schwerer als woanders. Dort dürfen von Rechts wegen jederzeit die Taschen eines Ehemanns von seiner Frau durchsucht werden. Eine gute Basis für eine vertrauensvolle Beziehung.

In Pennsylvania dürfen Männer keinen Alkohol ohne die schriftliche Genehmigung ihrer Frau einkaufen. Und in Detroit dürfen sie dafür an Sonntagen nicht böse angeschaut werden von ihren Männern, denn das ist an dem Tag per Gesetz verboten.

Und in New Jersey dürfen sich die armen Kerle während der Fischfangsaison nicht mal mit stricken von solcher Rechtssprechung ablenken – denn das ist dann verboten.

Aber auch die Frauen werden vom Recht nicht verschont. So ist es in London illegal eine Frau nach 21h zu schlagen… äh, und davor?

Ebenso ist es ihnen in Großbritanien verboten in öffentlichen Verkehrsmitteln Schokolade zu essen.

In Oxford, Ohio dürfen sich Frauen nicht vor dem Gemälde oder Foto eines Mannes entkleiden – über original Anwesende und Webcams ist nichts zu finden.

In St.Louis ist es Feuerwehrmännern nicht erlaubt eine Frau zu retten, die nur einen Morgenmantel trägt oder weniger… zur Rettung müssen Frauen vollständig bekleidet sein.

In Datona, Florida hingegen verbietet es das Gesetz öffentliche Mülleimer sexuell zu belästigen. Die haben aber auch wirklich etwas Schutz verdient.

Im gleichen Staat ist es verboten sexuell mit Stachelschweinen zu verkehren…

In Halethrope, Maryland werde ich mich niemals blicken lassen. Dort darf kein Kuss länger als eine Sekunde dauern. Halloooooooooo???

Den Gipfel juristischer Logik erklomm man in North Dakota, wo man einen versuchten Selbstmord als Mordversuch ansah und mit der Todesstrafe ahndete.

Manche dieser Gesetze sind uralt, manche erschreckend neu. Sie belegen, dass Rechtsprechung und Vernunft noch niemals die Verpflichtung hatten deckungsgleich zu sein.

Theater und Vernunft hatten diese Verpflichtung auch noch nie… aber das Theater würde auch nie ernsthaft den Anschein davon erwecken wollen. Mein Wahl kann demnach wohl als gelungen betrachtet werdet.

4 Gedanken zu „§§§

  1. Die Quelle formuliert nur, dass mit der Todesstrafe bestraft wurde… sie stellt nicht klar, ob diese vollzogen wurde. Und das kann sich in den USA ja hinziehen. In New York gilt übrigens ähnliches, da können Selbstmörder, die vom Dach eines Gebäudes springen zum Tode verurteilt werden. Ob post mortem ist da auch nicht klar ersichtlich. Immerhin sollte man doch annehmen, dass es in New York da die Möglichkeit gibt Fehlversuche zu verhindern.
    Wenn Du Dir das mal in in vollem Maße oder voller Masse durchlesen magst… hier ist der Link. 😉

    http://www.unmoralische.de/law.htm#mann

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