Seit einer Woche gibt’s mich in HD

Das ist kein technisches Merkmal, das ist das polizeiliche Kennzeichen von Heidelberg.

Dessen Theater richtet jedes Jahr die Schlossfestspiele aus. Eine bunte Mischung aus Schauspielproduktionen, Musical und Konzerten an verschiedenen Schlossspielorten hoch über der legendenbedichteten Studentenstadt. Ein darstellerisches Outdoor-Abenteuer-Camp mit malerischem Ambiente, Maskenzelt, Seilbahnfahrten und einer fantastisches Aussicht.

Meine Erfahrungen aus dem letzten Jahr besagen, dass das verschiedene Dinge bedeutet:

Erstens – ich werde Spaß haben. Denn ich mag das Ensemble und habe mich sehr auf alle gefreut.

Zweitens – ich werde im Juni bereits so gebräunt sein, wie ich es sonst im August nicht bin.

Drittens – ich werde im Juli ein ungewöhnliches Fitnesslevel erreichen… welches daraus resultiert, dass ich dann bereits seit über vier Wochen fluchend und schwitzend den Schlossberg auf dem Fahrrad bezwinge.

Einiges ist aber auch neu.

Ich habe seltsame Kollegen hinzubekommen. Sie sind pelzig und geradezu verboten niedlich. Deswegen nimmt man sie sehr gerne auf den Arm.

Allerdings …sie pfeifen viel. Das ist am Theater eigentlich nicht erlaubt. Da sie noch sehr klein sind, wissen sie das vermutlich nicht. Aber die meiste Zeit kuscheln sie eh im Körbchen.

Andere Darsteller meckern – in einer Tour…

… ich muss aber sehr betonen, dass das nur die Darsteller mit Hufen tun. Die mit Füßen machen das nicht.

Vor zwei Tagen hatte ich auf dem Weg zur Probebühne eine eher exotische Tierbegegnung.

Ich bin ziemlich sicher, dass dieses Exemplar eigentlich nicht die Felder neben der Heidelberger Bahnstadt bewohnen sollte und hätte sie gerne eingefangen um sie in geeignete Hände zu übergeben.

Mit Schlangen ist es bei mir allerdings wie mit Pilzen… ich hab’ keine Ahnung welche giftig sind und sollte aufpassen was ich mitnehme.

Und weit und breit war kein Stock zu sehen um sie halbwegs fachgerecht distanzvoll einzusammeln.

Es blieb auch keine Zeit jemanden hinzuzuziehen, denn die Schlange fand mich wohl ebenso skuril, wie ich sie und schlängelte sich zurück ins Feld.

In einigen Wochen ziehen wir auf’s Schloss, da KANN es keine Schlangen geben. Ich habe zwei Beine, eine komfortable Schrittlänge und finde es anstrengend dort hochzumarschieren.

Keine Schlange, die bei Trost ist, kann auf die Idee kommen da hochrobben zu wollen.

Und die Seilbahn werden sie ihr nicht erlauben.

7 Gedanken zu „Seit einer Woche gibt’s mich in HD

  1. Ich weiß, dass man Schlangen sicher mit einem Schlangenhaken aufnehmen kann. Sie fühlen sich dann nicht bedrängt und lassen sich meistens entspannt befördern.
    Ja, ich schaue zu viele komische Dokumentationen.
    Ich habe das zwar noch nie gemacht, aber das hätte ich mir zugetraut zu versuchen. Mein Rucksack war ziemlich leer, das Textbuch hätte ich ‚rausgenommen… vorher… und dann hätte ich ihn als „Schlangensack“ benutzen können.
    Sie hätte mit zur Probe gemusst, wäre aber sicher untergebracht gewesen. Und dann hätte ich ‚rausfinden müssen, wo in Heidelberg die geeignete Anlaufstelle für flüchtige Reptilien ist – und sie vorbeigebracht.
    Aber sie händisch zu fangen habe ich mir NICHT zugetraut. Nicht wegen „glitschig“ oder so… Schlangen sind glatt und trocken, das weiß ich.
    Allerdings, giftig oder nicht, die bestehen nur aus Muskeln und versuchen in Bedrängnis zu beißen… und selbst, wenn man sie am Ende greift, die haben eine enorme Reichweite und Schnelligkeit. Sie können sich zusammenziehen wie eine Metallfeder und vorschnellen.
    Was ihnen nicht mal zu verübeln ist, ich wäre auch sauer, wenn man mich einfach packt und hochhebt… nur deswegen war ich mir mit bloßen Händen echt zu unsicher.

  2. Ich glaube übrigens, dass es eine Pantherophis guttatus amelanistic war – albino Kornnatter… ungiftig.
    Das denke ich JETZT, weil ich gegoogelt habe. Aber nicht mal dafür war Zeit, sie verschwand ziemlich zügig wieder im Feld, nachdem sie menschliche Gesellschaft bekommen hatte.

  3. Erstmal viel Erfolg in Heidelberg .
    Die Schlange ist ein schönes Exemplar. Länger geht wohl auch kaum. Das Tier ist sicher ausgesetzt worden, oder hat sich beim Besitzer vom Acker gemacht.
    Die amerikanische Kornnatter ist harmlos, stimmt, aber davon gibt es eine Menge an Unterarten, die man leicht verwechseln kann.
    Ich kenne aber Frauen, die hätten ihre Beine in die Hand genommen und wären geflüchtet.
    Wieso hast du eigentlich keinen Schlangenhaken und Stoffbeutel bei dir, gerade in Heidelberg.?

  4. Ich habe unfassbar viel Zeugs in meinem Rucksack… Radlichter, Fahrradpumpe, Flickzeug, Minikulturbeutel, Minzbonbons, Eisteepulvertütchen von Migros, Stifte, sogar Einweghandschuhe, Regenchaps, Süßstoff… und es ist immer noch NICHT genug, wie man sieht… 🙂
    Ja, ich glaube auch, dass sie ausgesetzt wurde. Um so mehr sollte sie in verantwortlichen Händen landen. Sie kann wohl zwar in unseren Breitengraden überleben… aber sie ist ein Albino, die haben’s in der Natur immer schwer, weil ihre Tarnung ausgehebelt wird.
    Ich scanne immer das Terrain, wenn ich durch die Gegend fahre, vielleicht habe ich ja Glück und sehe sie noch einmal… dann greif‘ ich zu.
    Danke für Deine Heidelbergwünsche…

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