Oh du fröhlicher …kalendarischer Imperativ

Interessanter Dialog heute morgen mit meinem Taxifahrer, als er fragte, wo ich denn hin wolle?

Ich (übermüdet, leicht neben dem offensichtlichen und faktisch schockierend korrekt am Hauptziel orientiert):
“Deutschland.”

Er (leicht verblüfft, dann aber sehr trocken):
“Ich glaub’, da fahr’ ich heut’ nich’ mehr hin.”

Ich merkte dann auch, was für einen Unfug ich da von mir gebe und versicherte ihm, ich hätte für den Hauptteil der Reise bereits ein anderes Ticket.

Er (wieder sehr trocken, aber auch sehr grinsend):
“Gut für Sie.”

Ich hätte nicht erwartet, dass so viele Menschen erst heute reisen, es sind viel mehr, als ich dachte. Das Ticket war so günstig, dass ich mit mehr Leere gerechnet hätte. Pustekuchen.

In der beachtlich gewundenen Warteschlange verquatsche ich mich mit dem Mann vor mir. Er landet heute noch in Somalia.

Als ich ihn frage, wo er hin will, sagt er “Afrika.”. Und ich “Und wohin?”. Er wieder “Afrika.”. Und ich wieder “Ja, aber wohin denn?”.

Da stutzt er und meint “Das fragen nicht viele.”. Er sagt, für die meisten ist Afrika ein Land und kein Kontinent, deswegen sagt er einfach immer “Afrika.”.

Wir einigen uns darauf, dass es kuriose Menschen gibt, die man sich nicht erklären muss.

Er gehört zur christlichen Minderheit in Somalia, die Weihnachten feiert. Es ist ihm wichtig. Für mich hat Weihnachten keine religiöse Bedeutung. Ich bin Atheist, ungetauft und in einer nicht religiösen Familie aufgewachsen.

Für mich ist es ein Familienfest, bei dem man feiert, dass man sich hat und diese Feier hat liebevolle Traditionen, auf denen ich vehement bestehe.

Ich verstehe aber, dass es für Gläubige eine zusätzliche Bedeutung hat, die ich respektiere, obwohl ich sie nicht teile.

Allerdings… ich glaube nicht allen Gläubigen, dass sie glauben woran sie glauben machen wollen zu glauben.

Die USA befinden sich über die Feiertage in einem Regierungs-Shutdown, den ohne Wenn und Aber die Republikaner verursacht haben… weil Trump rund 5 Milliarden für seine Mauer will und sie nicht kriegt… Merry Christmas eben. Gesegnet, nur ohne Gehalt.

Und das ist noch so ungefähr die geringste Kollision der bibeltreuen Republikaner mit den Werten, die sie glauben machen wollen zu glauben.

Deswegen muss dieses Video sein. Weil in “besinnlich” eben auch Sinn stecken sollte.

Aber an Weihnachten lasse ich so keinen Blog enden, so nicht. Nicht an einem Tag, an dem es für mich um Familie geht und für nicht gerade wenige Menschen um die Geburt des Sohnes eines Gottes, der unseren unbegreiflich schönen Planeten geschaffen hat.
Hier ist eine überirdische Botschaft, an die ich sehr wohl glaube – die Nachricht von ESA Astronaut Alexander Gerst an seine ungeborenen Enkelkinder…

Ich wünsche meinen Freundinnen und Freunden, meinen Kolleginnen und Kollegen und allen, die das hier lesen ein warmes und wunderschönes Weihnachtsfest.

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