Demokratisches Stimmtraining

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Als Deutsche im Ausland lebe ich in amerikanischen Verhältnissen. Mir flattern keine Wahlunterlagen automatisch und komfortabel in den Briefkasten – ich muss meinen Wunsch meine demokratische Stimme zu benutzen äußern… bedeutet: ich muss mich ins Wahlregister eintragen lassen.

Das ist kein großer Akt, aber man es vor jeder Bundestags- und Europawahl wieder tun – und zwar rechtzeitig.

Und dieses Mal hätte ich‘s fast vergessen. Gut, dass es das Internet gibt…

Und so geht‘s:

HIER – Antrag ausdrucken, ausfüllen und bis zum 5.05.2019 an das Bürgerbüro/ die Gemeinde schicken, wo man seinen letzten Wohnsitz in Deutschland hatte.

Warten.

Die Wahlunterlagen werden einem dann zugeschickt.

Wählen.

Wahlunterlagen gemäß mitgeschickter Gebrauchsanleitung in die jeweiligen Umschläge verpacken und abschicken.

So einfach. So wichtig.

Sicher, es gibt immer Menschen, die denken, dass ihre Stimme sowieso keinen Unterschied macht und die „da oben“ ohnehin machen, was sie wollen oder nutzlos sind.

Dazu ein paar Gegengedanken:

– rechte Fanatiker denken selten, dass ihre Stimme nicht gehört werden sollte und nutzen sie gerne. So wie ich wähle wird meine Stimme eine ihrer Stimmen aufwiegen. Ich mag den Gedanken und werde ganz sicher nicht auf ihn verzichten.

– in Europa sind braune Weltanschauungen dabei unter der Decke der Gutbürgerlichkeit hervorzukrabbeln, mehr und mehr. Das haben die letzte Bundestagswahl und Wahlen in anderen Ländern gezeigt. Wenn zu viele dieser Weltanschauungen ein Zuhause im Europaparlament finden, dann wird sehr deutlich werden, wie viele Entscheidungen von dort aus beeinflusst werden. Ich kann dann zwar jedem Europawahlboykotteur sagen „Siehste, ich hatte recht, es war wichtig!“ – ich würde aber lieber darauf verzichten auf diese Weise Recht zu haben.

– wer seine Stimme nicht nutzt, wenn die Demokratie ihn fragt, muss darauf verzichten sich bis zur nächsten Wahl über irgendetwas zu beschweren, was durch diese Stimme hätte beeinflusst werden können.

Und das ist ein Recht, dass ich keinesfalls aufgebe.

– ich bin mit Rechten geboren worden, die andere für mich erkämpft haben. Alles, was ich tun muss um sie zu behalten ist, sie zu benutzen. Das ist deutlich weniger Mühe als sie zu erkämpfen und nicht zu viel verlangt.

– Demokratie ist eine Staatsform in der die Mehrheit eine Regierung bekommt, die sie verdient. Wer immer sich für zurechnungsfähig und vernünftig hält muss deswegen zwangsläufig ein Bedürfnis dazu verspüren sich an ihr zu beteiligen.
Es gibt kein vernichtenderes Urteil über einen selbst, als zu finden, dass man zu bedeutungslos ist sich an den Entscheidungen einer Demokratie zu beteiligen.

Denkt gut von Euch – geht wählen.

 

Kontext:
Aktion 40.000
Der Bundeswahlleiter – rund um die Europwahl
Die Europawahl 2019 – Wikipedia

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