Textbücher II

Wie ich ja bereits beschrieben habe sind meine Textbücher eine Ansammlung von detailiert plastischen Subtexten und Gedanken. Gegen Ende der Probenzeit findet sich darin allerdings noch eine andere Ansammlung – Comics.

Ich weiß gar nicht mehr wie das angefangen hat, aber irgendwann begann ich während Wartezeiten und Nachprobenkritik meine Hände zu beschäftigen und kleine Szenen in meine Textbücher zu zeichnen. So ähnlich, wie manche bei Telefonaten ihre Schreibtischunterlagen mit abstrakten Zeichnungen versehen, Buchstaben ausmalen, grafische Muster kritzeln. Meiner Konzentration schadet das überhaupt nicht – im Gegenteil. Und psychologische Studien geben mir da absolut recht. Überdies amüsiert es meine Kollegen.

Dabei sehen alle Beteiligten in den Comics natürlich so aus wie in dem jeweiligen Stück. Als „Nia“ in „Medeia – Mein und dein Herz“ trug ich beispielsweise eine schwarze Kurzhaarperrücke…

„Die Kinder sind müde und blaß.“ ist Originaltext… und hier ist der Grund dafür, der nicht im Stück steht…

Und im Laufe der Proben tat mir Jason auch irgendwie ein bißchen leid…

Irgendwann hatte ich meinen Job als Vertraute von Medeia und Babysitter der Jungs dann leid und sah mich nach neuen Aufgaben um…

8 Gedanken zu „Textbücher II

  1. Oho, nu geht der Kommentar wieder.

    Ich finde es eine sehr erfrischenden, befreiende Erkenntnis, daß ich zur Arbeit, jedenfalls Abends, zur Vorstellung, NICHTS mitnehmen muss, weil alles, was ich brauche, ich selber bin, mit allem, was ich im Schädel programmiert habe, kurz- oder längerfristig. Das ist doch toll. (Und doch hab ich immer mein Textbuch dabei und es gibt mir ein sicheres Gefühl, da zwischendurch reinschauen zu können. Was ich so gut wie nie tue. Bescheuert)

  2. Ja, die Kommentarfunktion ist wieder verfügbar. Mir war gar nicht aufgefallen, dass diese zu den vielen kleinen Stolpersteinen gehörte, die gerade nicht optimiert ihren Dienst antraten. Danke, dass Du mir da auf die Sprünge geholfen hast. Im neuen Blogdesign kann nun wieder nach Lust und Laune kommentiert werden.

    Ich finde auch, dass Textbücher wie ein Anker sind. Selbst wenn man ihn auf der Reise vielleicht gar nicht braucht – man hat ihn einfach gerne dabei. Meine liegen meistens im Konzimmer, aufgeschlagen auf die erste Szene. Und selbst wenn ich nicht hineinschaue… ich weiß einfach gerne um ihre Präsenz.
    Einmal hatte ich mein Textbuch vergessen. Und natürlich fiel es mir auf, als ich es platzieren wollte. Die Vorstellung lief einwandfrei – aber irgendwie fühlte ich mich… nackt. 😉

  3. Ich liebe Deine Zeichnungen! Könnte ich dahingehendes zu Papier bringen, würde ich auch wieder mit Textbuch reisen, wo diese kleinen Bildchen dann zu meiner Bespaßung untergebracht wären. So aber befindet sich mein Textbuch nach Abschluß der Probenarbeit nie am Spielort, weil mich das Ding eh nur kirre macht. Es sei denn, es befindet sich ein Original-Rhode darin 🙂

  4. DAS, werte Kollegin, kann arrangiert werden. Bitte übersenden Sie mir Titel und Rolle Ihrer nächsten Unternehmung und ich fertige Ihnen einen Comic, den Sie dann im Textbuch platzieren können.
    Und was Deinen Umgang mit dem Textbuch angeht… es ist ja wahrlich keine Neuigkeit und kein Geheimnis, dass ich Dich ab und an für Deine Nervenstärke bewundere.;)

  5. Ach, als Mensch gewordenes Textbuch mache ich mir über den Zustand meiner Nerven eher hinsichtlich der textexternen theatralen Schwierigkeiten Gedanken. Und was die Auftragsarbeit angeht: Der Titel des nächsten Oeuvres lautet „Dennis“. Ich selbst bin Miss Hall, seine überforderte, alleinerziehende Mutter. Bislang ist das Skript noch fast im Urzustand, aber ich bin sicher, dass die kommenden Wochen es nach Arbeit aussehen lassen, wenn die Subtexte ihre unaufhaltsame Entwicklung nehmen …

  6. DER Dennis? So ein blonder Zwerg, der alle zur Verzweiflung bringt und insbesondere seinen älteren Rentnernachbarn? Und Du bist seine Mutter??? Und darüber soll ich ’nen Comic zeichnen? Manche Aufgaben sind einfach einfach.

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