Sigourney Weaver…

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Die schönsten Liebeserklärungen sind immer jene, die man aus einem spontanen Moment heraus verteilt.
Heute Abend läuft "Alien – das Wesen aus einer anderen Welt"… mal wieder. Ich werde mir den Film ansehen …mal wieder. Diese Geburtsstunde in der Filmgeschichte. Nein, ich rede nicht von den Facehuggern, die in anbetungswürdigem H.R.Giger-Design mit einem schleimigen Aufreißgeräusch aus ihren Eiern krabbeln. Das ist der Film, in dem Sigourney Weaver, ganz nebenbei, etwas erfindet, das es vor ihr nicht gegeben hat: die Actionheldin.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatten Frauen sich mehrheitlich retten und beschützen zu lassen. Die fortgeschrittensten Kämpferinnen und Heldinnen durften im gleichen Team mit ihren Kollegen fighten. Gewissermaßen unter Supervision.
Überleben? Als Einzige? Während alle anderen Beteiligten, Männlein wie Weiblein von einem überirdisch resistenten Monster der galaktischen Evolution dahingemetzelt werden? Das war bis dato niemals vorgesehen. Sigourney Weaver eröffnete ein vollkommen neues Fach.
Dabei hat sie selbst nicht einmal eins. Sie verkörpert nicht hauptsächlich das oder jenes. Es vollkommen egal, ob sie sich schleimbedeckt mit den Geisterjägern herumtreibt, als Dian Fossey beschützt und in ihrer Passion eskaliert, ob sie Flammenwerfer von der Größe eines sechsjährigen Kindes durch die Gegend wuchtet, atemberaubende psychische Feinarbeit leistet in "Der Tod und das Mädchen", die grauenvollste furchteinflößenste Predigerin ist in "Jeffrey", sich mit Serienkillern anlegt oder in "Galaxy Quest" das Universum rettet.
Eines ist sie immer – bemerkenswert.
Wenn man von ihr hört, dann wegen ihrer Arbeit. Ihr Privatleben ist für Hollywoodverhältnisse ebenfalls außerirdisch… sie ist seit 27 Jahren verheiratet, nein, nicht immer wieder, sondern mit dem gleichen. Das ist schon fast verbrecherisch langweilig, würde sie nicht seit 35 Jahren durch ihre Arbeit glänzen.
Ihr Alter darf genannt werden. Ebenfalls Hollywooduntypisch erlaubt sie es sich nämlich zu altern. Sie ist 62 Jahre alt. Letztes Jahr bekam sie den Scream Award in einer eigens für sie geschaffenen Kategorie: Heroine!!! Im traditionell skuril bekleideten Publikum waren die wenigstens älter als ihre Tochter… sie wurde frenetisch gefeiert und entstieg in einem schlichten schwarzen Kleid einem überdimensionierten Alienei. Sie hatte ein kleines Bäuchlein, unglaublich schöne Falten in einer tatsächlich noch existenten Mimik, sie musste ihre Dankesrede leicht gebeugt halten, weil Standmikrofone niemals mit ihrer Größe rechnen – und sie sah großartig aus.
Nein wirklich, diese durch das heutige Fernsehprogramm verursachte Liebeserklärung war überfällig.

2 Gedanken zu „Sigourney Weaver…

  1. find ich fein und kann ich nur unterschreiben. noch dazu anmerken und empfehlen möchte ich den ganz großartigen film „snow cake“ in dem Sigourney Weaver an der seite des nicht minder großartigen Alan Rickman eine Autistin spielt. und dieses sehr fein und zärtlich und wundervoll.

  2. hallo,
    wusstest Du, dass die Rolle des ersten Offiziers Ripley ursprünglich für einen Mann geschrieben wurde…und nicht umgeschrieben?

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